Laut Hochrechnungen bleiben CDU/CSU die stärkste Kraft bei der Europawahl, mussten aber Verluste hinnehmen. Die SPD hat nach ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF deutlich besser abgeschnitten als 2009 und bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr.

Für die Unionsparteien errechneten ARD und ZDF 36,1 Prozent nach 37,9 Prozent vor fünf Jahren. Deutlich zulegen konnte die SPD mit 27,6 (ZDF: 27,5) Prozent, nachdem sie 2009 mit 20,8 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Europawahl erzielt hatte. Drittstärkste Kraft blieben trotz Verlusten die Grünen, die auf 10,9 (10,6) Prozent nach 12,1 Prozent vor fünf Jahren kamen. Die Linkspartei konnte mit 7,8 (7,6) Prozent ihr Ergebnis halten (2009: 7,5 Prozent). Die rechtspopulistische AfD erreichte bei ihrer ersten Europawahl 6,5 (6,5) Prozent. Die FDP stürzte nach der Bundestagswahl auch bei der Europawahl ab und kommt nur noch auf 3,1 (2,9) Prozent nach 11,0 Prozent 2009. Dennoch ist sie im neuen Europaparlament vertreten, weil es dort keine Mindesthürde gibt. Auch die rechtstextreme NPD kann beiden Sendern zufolge einen Vertreter ins Europaparlament entsenden.

Die Wahlbeteiligung lag mit 48,0 (47,0) Prozent höher als 2009 mit 43,3 Prozent.

Ins neue Europaparlament mit insgesamt 751 Abgeordneten entsenden CDU und CSU demnach 35 (ZDF: 36) Parlamentarier, die SPD 27 (27). Die Grünen schicken 11 (10) Abgeordnten nach Straßburg und Brüssel, die Linken 8 (8). Die AfD stellt 6 Abgeordnete nach Prognosen beider Sender, die FDP 3. Je einen Parlamentarier entsenden dem ZDF zufolge die Piraten und die Freien Wähler.

Die Wahlbeteiligung stieg laut ARD auf 48 Prozent, nach 43,3 Prozent 2009. Wahlforscher hatten bereits zuvor die Erwartung einer besseren Beteiligung geäußert, dies aber vor allem auf die am Sonntag parallel ausgetragenen Kommunalwahlen in zehn Bundesländern, darunter auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen, zurückgeführt.