In Irland stürzte die konservative Fine Gael von Premier Enda Kenny laut Prognosen auf 22 Prozent ab. Der Juniorpartner Labour kommt überhaupt nur auf sechs Prozent der Stimmen.

Hoch in der Wählergunst standen unabhängige Bewerber. Sie erhielten mit 27 Prozent den größten Stimmanteil. Zulegen konnte auch Sinn Fein um Ex-IRA-Mann Gerry Adams.

Kommentatoren sehen in dem Ergebnis eine Folge des strengen Sparkurses der vergangenen zwei Regierungen. Seit 2010 wurden die Ausgaben stark zurückgefahren, um das marode Bankensystem und den hoch verschuldeten Staatsetat zu sanieren. Steuern wurden erhöht, Gehälter für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst eingefroren, Sozialleistungen gekürzt und Lehrer entlassen.

Der Vorsitzende der irischen Labour Party kommentierte das Ergebnis denn auch mit bitterem Humor: "Ich denke nicht, dass wir mit Johannes dem Täufer  ein besseres Ergebnis erzielt hätten."