Der Slowake wiederum wurde ursprünglich ausgerechnet von Herbert Waldner ins Gailtal gelockt. Nun stehen sich die beiden als Konkurrenten gegenüber, was für Risse sorgt, die sich von der Bevölkerung bis in die hohe Politik ziehen.

Kaiser: Das Land verkauft nicht

Dort wollte man das Thema aus dem laufenden Wahlkampf eigentlich heraushalten, doch vor allem die Freiheitlichen sorgten mit drei Dringlichkeitsanträgen für hitzige Debatten im Landtag. "Keine Zustimmung für den Verkauf der Heta-Anteile am Nassfeld an einen ausländischen Investor", hieß es im ersten Antrag. Weiters sprach man sich gegen den etwaigen Verkauf von Landesanteilen aus. Landeshauptmann Peter Kaiser musste ausrücken und beruhigte, das Land habe keine Absichten, seinen Drittelanteil zu veräußern. Kaiser ist aus gutem Grund vorsichtig, denn die Region ist in Aufruhr. Gemeinsam sprachen sich die sieben Bürgermeister des Bezirks Hermagor in einer Resolution dafür aus, dass die Mehrheit der Aktienanteile und damit die Entscheidungskraft in der Region verbleibt.

An vorderster Front dabei war Kaisers Parteifreund, Kötschach-Mauthens Bürgermeister Walter Hartlieb. Dieser steht unter Druck, seitdem die US-Firma Modine im vergangenen November überraschend ihr Werk geschlossen hat. Dort wurden seit 1976 Wärmetauscher produziert, vom Aus betroffen waren 146 Mitarbeiter, mehr als die Hälfte von ihnen über 50 Jahre alt.

Bevölkerungsschwund

Die Schließung des Werks ist ein Brandbeschleuniger für die prekäre Entwicklung des regionalen Raums, wo nun eine weitere Entvölkerung droht. Wegen der extremen Randlage und der im Landesdurchschnitt geringeren Einkommen werden laut Prognosen der Universität Graz bis 2030 weitere neun Prozent aus dem Bezirk abwandern.

Vor diesem Hintergrund ist auch die teils emotional geführte Debatte um den Verkauf der Nassfeld-Anteile zu verstehen, für welche die Angebote am 19. Jänner abgegeben wurden. In der öffentlichen Wahrnehmung ist das Verfahren zu einem Match David gegen Goliath geworden, bei dem sich die heimische Bevölkerung gegen eine ausländische Übermacht zur Wehr setzen muss. Süffisant merkt Nassfeld-Pionier Pucher dazu an: "Die Gäste aus Osteuropa sind am Nassfeld schon erwünscht."