Klagenfurt/Wien. Meinungsforscher und Politologen sehen für die SPÖ von Landeshauptmann Peter Kaiser beste Voraussetzungen für die Landtagswahl in Kärnten am kommenden Sonntag. Im Prinzip befinde sich der Landesparteichef in einer ähnlichen Lage wie Tirols siegreicher ÖVP-Landeschef Günther Platter bei der Landtagswahl in Tirol vom vergangenen Sonntag, so die Experten.

Kaiser kann mit einem klaren Zugewinn rechnen, meinten OGM-Chef Wolfgang Bachmayer, Peter Hajek (Public Opinion Strategies) sowie Polit-Berater Thomas Hofer unisono im Gespräch mit der APA. Wie Platters ÖVP in Tirol dürfte die SPÖ ebenso über 40 Prozent kommen, das legt auch die jüngste OGM-Umfrage vom vergangenen Donnerstag nahe, wonach die Kärntner Sozialdemokraten mit rund 44 Prozent der Stimmen rechnen dürfen. Damit wäre der Abstand zur FPÖ ein großer, denn die Freiheitlichen würden laut Bachmayers Erhebung etwa 24 Prozent einfahren.

Kaiser werde wohl - "genauso wie Platter" - wahrscheinlich als Hauptverantwortlicher für den Erfolg der Kärntner SPÖ genannt werden, meinte Bachmayer. "Und das mit Recht. Denn von einem bundespolitischen Rückenwind zu sprechen, das ist keineswegs begründet bei der SPÖ." Denn der zu erwartende Wahlerfolg für die Sozialdemokratie in Kärnten stehe ja fast entgegen dem Bundestrend: "Es wäre ein rein landespolitischer Erfolg", so Bachmayer.

Ähnlich sieht dies Hajek: "Dass Kaiser diese Wahl gewinnt, ist fix. Es schaut auch sehr gut aus, dass er zulegt, die Frage ist nur, wie viel." Die Situation sei ähnlich jener Platters, aber auch jener Johanna Mikl-Leitners vor der Landtagswahl in Niederösterreich. Darauf verweist auch Polit-Berater Hofer: "Kaiser hat sicher auch einen Persönlichkeitsbonus, das ist das Vergleichbare mit Platter und Mikl-Leitner."

Grün-Wähler zu SPÖ

Die SPÖ wird laut Bachmayer wohl auch einen Teil der Grün-Wähler abziehen. Der Öko-Partei gibt der OGM-Chef wenig Chancen auf den Wiedereinzug. Er verweist etwa auf die Abspaltung der ehemaligen Chefin der Kärntner Grünen, Marion Mitsche. Auch das werde dazu beitragen, "dass sie die Fünf-Prozent-Hürde in Kärnten nicht schaffen werden - laut Umfragen", so Bachmayer. Als äußerst schwierig schätzt auch Hajek die Situation der Grünen ein; sie müssten mit der Ansage mobilisieren, es dürfe "nicht das Gleiche wie auf Bundesebene" (Scheitern am Nationalrats-Wiedereinzug) passieren.