Bei den kleineren Parteien - neben den Grünen die NEOS und Team Stronach-Nachfolger Liste Köfer - sieht Bachmayer ebenfalls eine Parallele zur Tiroler Wahl. Die spannende Frage werde sein, welche der drei es ins Landesparlament schaffte. Bei den NEOS sei dies laut Bachmayer "nicht ausgeschlossen, aber auch nicht aufgelegt".

Gute Chancen für Köfer

Köfer attestieren alle drei Experten die besten Chancen auf den Einzug. Begründet sehen sie dies vor allem in seinem Bekanntheitsgrad.

Nicht ausgeschlossen wird von Bachmayer, Hajek und Hofer, dass alle drei "Kleinen" scheitern könnten und es zu einem Drei-Parteien-Landtag in Kärnten kommen könnte. In diesem Fall sehen die Experten auch die (wenn auch unwahrscheinliche) Möglichkeit einer absoluten Mandatsmehrheit für die SPÖ.

FPÖ-ÖVP-Koalition gegen SPÖ möglich?

Hajek gibt in diesem Fall zu bedenken, dass es dann theoretisch auch möglich wäre, dass sich FPÖ und ÖVP gegen den Wahlsieger SPÖ zu einer Koalition zusammentun könnten. Als allzu realistisch sei diese Option aber nicht zu werten, denn es wäre dem Wähler schwer zu erklären, warum man gegen den klaren Wahlgewinner eine Koalition schmiedet, erklärten der Meinungsforscher wie auch Polit-Berater Hofer.

Der FPÖ prognostizieren die Experten satte Zuwächse, aber klar den zweiten Platz hinter der SPÖ. Hofer verweist darauf, dass es mit einer anderen Koalition im Bund (Rot-Schwarz) wohl ganz anders aussehen würde, dann könnte sich die FPÖ Hoffnungen auf Platz eins machen: "Mit einer anderen Konstellation im Bund wäre das ein anderes Match geworden." So aber könne Kaiser nicht nur vom Landeshauptmann-Bonus sowie der Tatsache, "dass er das nicht schlecht gemanagt hat in den letzten Jahren" profitieren. Dem SP-Chef komme u.a. auch noch die aktuelle "leichte Verunsicherung im Freiheitlichen Lager" zugute, so Hofer.

Auch die ÖVP kann laut den Experten mit Stimmenzuwächsen rechnen. Der zweite Platz der FPÖ sei aber nicht in Reichweite.

Rot-Blau eher unwahrscheinlich

Sofern es zu keiner schwarz-blauen Einigung auf eine Koalition gegen die SPÖ kommt (wovon die Experten eher nicht ausgehen), dann könne sich Kaiser nach der Wahl den Koalitionspartner nahezu aussuchen. "Es ist naheliegend, dass er mit der ÖVP ernsthaft spricht, auch mit der Liste Köfer ist das nicht auszuschließen. Und wenn die NEOS in den Landtag einziehen, könnten sogar diese ein Gesprächspartner sein", sagte Bachmayer. Eine Neuauflage der "Chianti-Koalition" zwischen Rot und Blau hält der OGM-Chef hingegen für relativ unwahrscheinlich.

Sollten die Grünen tatsächlich aus dem Kärntner Landtag fliegen, dann wäre das laut Hajek "ein weiterer Schritt in die politische Bedeutungslosigkeit". Bachmayer verwies allerdings darauf, dass bei der anstehenden Landtagswahl in Salzburg dann wieder mit einem Einzug der Grünen zu rechnen sein dürfte. "Damit kann man leben", meinte er.