Bei der Gemeinderatswahl in Krems am Sonntag hat die SPÖ trotz Verlusten ganz klar Platz eins verteidigt. Die Bürgermeisterpartei erreichte nach 46,07 Prozent vor fünf Jahren laut dem vorläufigen Ergebnis 40,9 Prozent. Die ÖVP erzielte 23,8 Prozent (minus 3,4 Prozentpunkte). Ein Plus vor dem Ergebnis stand bei der KLS - Kremser Linke Stadtbewegung und bei Neos in Krems (NIK), die mir der Liste Pro Krems angetreten waren. Die MFG schaffte den Einzug ins Rathaus.

Die SPÖ stellt künftig 17 (19) Mandatare, die ÖVP zehn (elf). Die FPÖ (14,7 Prozent oder minus 0,4 Prozentpunkte) hält unverändert sechs Sitze. Die KLS (von 5,27 auf 7,1 Prozent gewachsen) legte von zwei auf drei zu, NIK (6,6 Prozent) erreichte zwei (Pro Krems 1). Einen Vertreter in den Gemeinderat werden weiterhin die Grünen (3,7 nach 3,6 Prozent 2017) sowie erstmals die MFG (3,0 Prozent) entsenden.

Acht Listen kandidierten

In der niederösterreichischen Statutarstadt hatten acht Listen kandidiert. Einzig Green Future Krems (GREENK) blieb mit 0,7 Prozent ohne Mandat. 19.904 Stimmberechtigte bedeuteten um fast 4.000 weniger als 2017 mit 23.882. Aufgrund der jüngsten Wahlrechtsreform im Bundesland durften nur mehr Personen mit Hauptwohnsitz in Krems zum Urnengang.

Die Wahlbeteiligung sank auf 57,35 Prozent. Vor fünf Jahren hatte sie 65,09 Prozent betragen.

Reinhard Resch und sein Team seien "mit ihrer großartigen Arbeit für Krems bestätigt" worden, reagierte SPÖ-Landesparteichef LHStv. Franz Schnabl. Das junge Team der Volkspartei Krems mit einem jungen Spitzenkandidaten hat laut Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner "ein solides Ergebnis" erreicht. "Die FPÖ hat erstmals in der Geschichte zwei Sitze im Stadtsenat errungen und das historisch beste Ergebnis mit sechs Mandaten gehalten", betonte Landesparteiobmann Udo Landbauer. Das Team um Spitzenkandidat Dominic Heinz habe "mit viel Entschlossenheit, großer Leidenschaft und unglaublichem Engagement" wahlgekämpft, stellte Neos-Landessprecherin Indra Collini fest. Der Landesgeschäftsführer der Grünen, Hikmet Arslan, sprach von einem "passablen Ergebnis".

Kritik von FPÖ

Die "NÖN" hatten am Sonntag um 19.32 Uhr online berichtet, dass Bürgermeister Resch bereits ein voraussichtliches Ergebnis der Mandatsverteilung im neuen Gemeinderat bekanntgegeben habe (SPÖ 18, ÖVP 9, KLS 3, FPÖ 6, Grüne 1, NIK 2, GREENK 0, MFG 1, Anm.). FPÖ-Spitzenkandidatin Susanne Rosenkranz habe diese Vorgangsweise scharf kritisiert, weil vier Sprengel noch nicht berücksichtig gewesen seien. "Der Bürgermeister erzählt da, wer wie viele Mandate hat. Ich finde das schon sehr eigenwillig", wurde Rosenkranz zitiert. Angaben von SPÖ-Stadtrat Günter Herz zufolge fehlten zwei Sprengel, die noch einmal ausgezählt werden mussten, so die "NÖN". (apa)