St. Pölten. In Niederösterreich sind 1.386.343 Menschen zur Wahl des Landtags für die nächsten fünf Jahre aufgerufen. Dieser Urnengang ist der erste nach der NR-Wahl, die den Abschied der Grünen, den Wahlsieg der ÖVP und Schwarz-Blau im Bund brachte. Der Wahlkampf stand zuletzt ganz im Zeichen der NS-Liedbucher-Affäre rund um den FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer.

Am Tag vor der Wahl, am Samstag, plädierte Bundespräsident Alexander Van der Bellen für den Rücktritt Landbauers. Am späten Nachmittag schloss Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die Zusammenarbeit mit Landbauer in der nächsten Regierung aus.

Ob sich die Affäre um die Burschenschaft Germania auf das Wahlergebnis auswirkt, wird Sonntag am späten Nachmittag feststehen. Die letzten Wahllokale schließen um 17.00 Uhr, dann werden die ersten Hochrechnungen veröffentlicht. Das Endergebnis inklusive Briefwahl wird zwischen 19.00 und 20.00 Uhr erwartet.

Bei der Landtagswahl treten ÖVP, SPÖ (Liste Franz Schnabl - SPÖ), FPÖ, Grüne und - erstmals - NEOS landesweit an. Nur in einzelnen Wahlkreisen kandidieren die Christliche Partei Österreichs (CPÖ) und die Liste Wir für Niederösterreich. Nicht mehr dabei ist die Liste Frank, die 2013 als Team Stronach mit 9,84 Prozent und fünf Mandaten auf Anhieb auf Platz drei gelandet war. Daher ist der Listenplatz drei auf den Stimmzetteln leer.

Die ÖVP hatte 2013 mit 50,79 Prozent und 30 Mandaten die absolute Mehrheit gehalten. Die SPÖ schnitt mit 21,57 Prozent (13 Sitze) schlecht wie nie zuvor ab. Auf FPÖ (8,21 Prozent) und Grüne (historisch bestes Ergebnis im Bundesland mit 8,06 Prozent) entfielen je vier Mandate. Die Wahlbeteiligung betrug 70,87 Prozent.