Klosterneuburg. Bei windigem, zum Teil recht sonnigem Wetter waren die Niederösterreicher am Sonntag zur Wahl eines neuen Landtages aufgerufen. Bis zu Mittag gaben die Spitzenkandidaten der landesweit antretenden Parteien ihre Stimmen ab. Über die Wahlbeteiligung gab es mittags keine Auskunft von der Landeswahlbehörde. Zu Zwischenfällen kam es bisher laut Polizei nicht.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, erstmals ÖVP-Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl, kam in Klosterneuburg mit Familie und Hund Milou zu Fuß ins Wahllokal. "Jetzt heißt's nur mehr abwarten und Daumen drücken - jetzt sind die Wählerinnen und Wähler am Wort", meinte sie. Aktuelle politische Statements in Richtung Mitbewerber waren nicht zu hören. Sie wünsche sich, "dass das neue Miteinander heute gestärkt wird", so die Landeshauptfrau.

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"Lange geschlafen, gemütlich gefrühstückt - ab zur Wahl", hatte Mikl-Leitner zu den zahlreichen wartenden Journalisten vor Betreten des Wahllokals, einem Kindergarten am Ölberg, gesagt. Neben Ehemann Andreas ging auch die ältere Tochter Anna zur Urne. Nach dem Mittagessen daheim "geht es dann ab ins Büro nach St. Pölten", hieß es.

SPÖ-Spitzenkandidat Franz Schnabl kam zu Fuß mit Ehefrau Rosemarie zum Wahllokal im Kulturheim Süd in St. Pölten und meinte: "Ich bin ganz sicher, dass es gut läuft." Der Landesrat und SPÖ-Landesparteivorsitzende kochte am Sonntag Niedrigtemperatur-Schweinsbraten für ein Mittagessen im Kreise seiner Familie. Zur Causa rund um den FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer in Zusammenhang mit NS-Liedgut der Burschenschaft Germania, in der Landbauer bis vor kurzem Mitglied war, sagte Schnabl auf Anfrage, er sei froh, dass es noch vor der Wahl "eine deutliche Klarstellung" von den anderen Parteien gegeben habe. Die SPÖ hat sich gegen ein Arbeitsübereinkommen mit der FPÖ ausgesprochen.

Mikl-Leitner hat Zusammenarbeit mit Landbauer ausgeschlossen

FPÖ-Listenerster Udo Landbauer schritt bereits gegen 9.30 Uhr und damit als erster der Spitzenkandidaten zur Stimmabgabe. Auf die Rücktrittsaufforderungen von Bundespräsident Alexander Van der Bellen wollte der wegen der NS-Liedgut-Affäre seiner Burschenschaft Germania in Bedrängnis geratene Politiker dabei nicht eingehen. Jetzt sei der Wähler am Wort, meinte Landbauer in Wiener Neustadt. Es habe in den vergangenen Tagen "viel medialen Wirbel" gegeben. Er selbst sei von Anfang an für eine gerichtliche Aufklärung der Causa eingetreten, und es gebe gegen ihn wegen der antisemitischen und rassistischen Liedtexte der Germania auch kein Ermittlungsverfahren, betonte Landbauer einmal mehr.