St. Pölten. Die ÖVP ist der Wahlsieger bei der Landtagswahl in Niederösterreich. Landeshauptfrau und Spitzenkandidatin Johanna Mikl-Leitner konnte für ihre Partei neuerlich die absolute Mehrheit erringen. Die SPÖ belegte Platz 2 und liegt damit deutlich vor der FPÖ, die zwar zulegte, aber hinter den Erwartungen blieb. Grüne und NEOS schafften den Einzug in den Landtag.

Laut ersten Hochrechnungen der Institute ARGE Wahlen für die APA und SORA für den ORF kommt die Volkspartei auf knapp 50 Prozent und eine absolute Mandatsmehrheit. Gegenüber der Landtagswahl 2013 (50,79 Prozent) bedeutet dies einen leichten Rückgang. Die SPÖ legte gegenüber 2013 (21,57 Prozent) etwas zu und hält nun bei rund 23,5 Prozent. Die Roten liegen damit vor der FPÖ, die sich von 8,2 auf 14,9 Prozent steigerte. Die FPÖ blieb damit hinter ihren Wahlzielen und unter den Erwartungen. Die Grünen überspringen mit 6,2 Prozent (2013: 8,06 Prozent) klar die Vier-Prozent-Hürde für den Einzug in den Landtag. Auch die NEOS schaffen dies bei ihrem ersten Antreten in Niederösterreich mit rund 5 Prozent.

ÖVP mit 29 Mandaten

Die ÖVP kommt demnach künftig auf 29 Mandate im niederösterreichischen Landtag. Trotz Verlust eines Sitzes bedeutet dies die absolute Mehrheit im 56-köpfigen Landesparlament. Die SPÖ legt voraussichtlich um einen Abgeordneten zu und hält bei 14 Mandaten, wobei eines davon noch zu einer anderen Partei wandern könnte. Die FPÖ verdoppelt ihre Mandatszahl und entsendet künftig acht Vertreter in den Landtag. Die Grünen verlieren einen Sitz und sind mit drei Mandataren drinnen, die NEOS erringen laut den Hochrechnungen zwei Landtagssitze. An der Verteilung der Regierungssitze ändert sich kaum etwas. Die ÖVP hält weiterhin bei sechs Landesräten, die SPÖ bei zwei. Der neunte Sitz geht an die FPÖ.

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Landeshauptfrau Mikl-Leitner (ÖVP) atmete nach den ersten Hochrechnungen erst einmal tief durch und meinte, alles erst "realisieren" zu müssen. "Ich empfinde in dieser Stunde der Freude ganz tiefe Dankbarkeit für den Vertrauensvorschuss", den ihr die Landsleute gegeben haben, lautete ihre erste Reaktion. Das sei eine Bestätigung des Kurses und "ein wunderschönes Gefühl". Die ÖVP-Spitzenkandidatin verfolgte die erste Hochrechnung im Beisein von Bundeskanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz und ihres Vorgängers Erwin Pröll. Auch Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und weitere Parteikollegen waren mit von der Partie.

Grüne zufrieden

SPÖ-Spitzenkandidat Franz Schnabl sieht seine Partei durch das Wahlergebnis "stark gestärkt". Das Resultat für die SPÖ sei ein Zeichen, dass die Bevölkerung eine sichtbare sozialdemokratische Handschrift im Land wolle, meinte Schnabl.

Ein "starkes Signal" sah auch FPÖ-Landesparteisekretär Christian Hafenecker in der Verdoppelung der blauen Mandate. Angesichts der beispiellosen Medienkampagne der vergangenen Tage könne man über das Ergebnis "sehr glücklich" sein. Hafenecker spielte damit auf die NS-Liedgut-Affäre rund um Spitzenkandidat Udo Landbauer an.

Zufriedenheit herrschte bei den Grünen, die zuletzt aus dem Nationalrat in Wien flogen, sowie bei den NEOS. Der Grüne Landesgeschäftsführer Hikmet Arslan zeigte sich "sehr glücklich" und sprach von einem wichtigen Neustart - nicht nur im Land, sondern auch in Österreich. Der NEOS-Abgeordnete Nikolaus Scherak sah eine "beeindruckende Leistung" beim ersten Antreten der Pinken in Niederösterreich. Die NEOS hätten im Wahlkampf auf Freiheit und Kontrolle gesetzt, mit diesem Mandat sei man nun ausgestattet.

Auf Bundesebene meldete sich Bundeskanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz zu Wort. Er gratulierte Mikl-Leitner und der niederösterreichischen Volkspartei "von ganzem Herzen zu diesem sensationellen und persönlichen Wahlsieg, der weit über das Erwartbare hinausgeht". Kurz sprach von einem "tollen Ergebnis". Dieses zeige auch, "dass der Weg der Volkspartei mit dem neuen Stil in der Politik und das Miteinander sowie die gemeinsame Arbeit von den Menschen klar honoriert wurde." Kurz sieht im niederösterreichischen Landtagswahlergebnis auch "viel Rückenwind" für die Bundesregierung und die ÖVP auf Bundesebene.