Getrübtes Verhältnis

Auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner schloss am Wochenende eine Zusammenarbeit mit Landbauer endgültig aus. Sein Verhalten sei keine Basis für eine Zusammenarbeit. Zuvor ließ sie sich trotz Liederbuchaffäre alle Optionen offen, obwohl das Verhältnis Landbauers zur Landeshauptfrau schon davor getrübt war. In einer Wahlkampfaussendung hatte er sie als "Moslem-Mama" tituliert, weil Kinder in Landeskindergärten türkisch zählen lernen. Zuletzt fuhr die Freiheitliche Jugend tagelang mit einem Kleintransporter durch Niederösterreich, auf dem ein Foto Mikl-Leitners mit Flüchtlingen und dem Schriftzug "Großes Herz für Zuwanderer" abgebildet war.

Ihren größten Zugewinn erreichte die FPÖ in der Gemeinde Blumau-Neurißhof im Bezirk Baden. Dort legte sie 16,08 Prozentpunkte zu, bleibt aber hinter ÖVP und SPÖ zurück. Allerdings verloren dort die Schwarzen rund zehn Prozentpunkte. Besonders stark fielen die Zugewinne der FPÖ im oberen Waldviertel aus. Im Bezirk Waidhofen an der Thaya war sie die einzige Partei, die zulegen konnte. Und zwar gleich um fast zehn Prozentpunkte: Sie überholte mit 20,35 Prozent die SPÖ deutlich, die auf Rang drei zurückfiel und leicht Stimmen einbüßte. In Groß-Siegharts etwa konnte die SPÖ, die in dieser Gemeinde den Bürgermeister stellt, zwar den zweiten Platz hinter der ÖVP verteidigen, doch auch hier derselbe Trend: Verluste für die SPÖ, starke FPÖ-Zugewinne.

Waldviertel besonders blau

"Man sieht", sagt Bürgermeister Gerald Matzinger, "dass in unserer Region zu wenig passiert ist. Es ist eine gewisse Verdrossenheit da, die vor allem die etablierten Parteien trifft." Das Waldviertel zählt zu den strukturschwachen Regionen des Landes, und im Gegensatz zum Weinviertel verfügt es auch nicht über einen Anschluss an eine hochrangige Straße. Der Bau einer Autobahn ist seit Jahren ein Thema, das von Lokalpolitikern auch gefordert wird, die FPÖ machte sich auch in diesem Wahlkampf dafür stark und deklarierte sich als einzige Partei pro Waldviertel-Autobahn.

Nur im Nachbarort von Groß-Siegharts, in Dietmanns, blieben die FPÖ-Zugewinne im Bezirk gering. Dort hatte sich die FPÖ aber von der Bezirkspartei nach internen Streitigkeiten abgespalten - drei Wochen vor der Wahl.

In Wiener Neustadt, jener Gemeinde also, in der Landbauers politischer und burschenschaftlicher Grundstein liegt, gewannen die Freiheitlichen bei der Landtagswahl um 10 Prozenpunkte dazu und stehen nun bei rund 20 Prozent. Allerdings bleiben sie mit diesem Ergebnis deutlich hinter ÖVP und SPÖ (rund 38 Prozent und 30,1 Prozent) zurück.