St. Pölten. (pech) Insgesamt haben in Niederösterreich immerhin 30 Prozent links gewählt - wenn man das Ergebnis von SPÖ und Grünen in dieser Hinsicht gemeinsam betrachtet. Landesrat und SPÖ-Landesparteivorsitzender Franz Schnabl sieht seine Partei jedenfalls durch das Ergebnis bei Landtagswahl "stark gestärkt" - die Sozialdemokraten kommen bei der Landtagswahl in Niederösterreich auf 23,9 Prozent (2013 waren es 21,6 Prozent). Schnabl sieht darin schon eine Trendwende. Er will die nächsten Jahre nutzen, um die SPÖ zu erneuern.

Der Zugewinn von 2,3 Prozentpunkten ist zwar - angesichts dessen, dass die SPÖ von ihrem schwächsten Ergebnis startete - nicht berauschend. Dennoch kann Schnabl auf ein Plus verweisen. Und das ist ja für die SPÖ, bundesweit betrachtet, mittlerweile eine eher seltene Erfahrung. Schnabl selbst sprach von einem "Bekanntheitsdefizit, das es wettzumachen galt". Es sei unbestritten, dass die SPÖ-Kampagne für hohe Aufmerksamkeit gesorgt habe und diskutiert worden sei. Bei aller Seriosität und Ernsthaftigkeit sollte vermittelt werden, "dass Politik auch Spaß macht".

"Sichtbare sozialdemokratische Handschrift im Land"

Das Resultat für die SPÖ sei ein Zeichen, dass die Bevölkerung eine sichtbare sozialdemokratische Handschrift im Land wolle, meinte Schnabl und verwies auf angestrebte Verbesserungen unter anderem im Gesundheitsbereich, beim öffentlichen Verkehr und bei der Kinderbetreuung. Auch für den SPÖ-Bundesparteivorsitzenden Christian Kern hat seine Partei ein "starkes Ergebnis" erzielt. In einer Aussendung sprach er am Sonntagabend von einem "Aufwärtstrend". Die SPÖ habe "ihr Potenzial gut ausgeschöpft". Kern gratulierte seinem niederösterreichischen Landesparteichef: "Er und sein Team haben einen engagierten und mutigen Wahlkampf gegen eine schwarze Übermacht in Niederösterreich geführt - das hat sich ausgezahlt."

Der Aufwärtstrend zeige, "dass wir eine starke Sozialdemokratie in Österreich haben. Wir haben es geschafft, in Niederösterreich Nummer zwei zu bleiben und die FPÖ auf Platz zwei zu verweisen." "Ausgestattet mit dem deutlichen Plus" werde die SPÖ die Landespolitik mit einer sozialdemokratischen Handschrift versehen", sagte Kern, der auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zu ihrem Erfolg gratulierte.