Im Wahlkampf spielte der Linzer Finanzskandal, in dem die Stadt nach wie vor in einem Rechtsstreit mit der Bawag vor dem Handelsgericht Wien um mehr als 500 Millionen Euro streitet, eine überraschend geringe Rolle. Die SPÖ ging aber auch abgesehen vom Finanzskandal angeschlagen in die Gemeinderatswahl.

Sparprogramm in Linz

Bürgermeister Klaus Luger ist erst seit zwei Jahren im Amt, er folgte Langzeit-Stadtchef Franz Dobusch nach, der sich mit einem ambitionierten Investitionsprogramm einen Namen machte (unter anderem Musiktheater, Lentos, Ars Electronica, Gugl-Stadion). Dessen Folgen schmälern aber nun den Handlungsspielraum seines Nachfolgers. Luger muss einen Sparkurs fahren, um die Verschuldung der Stadt in den Griff zu bekommen. Ein wichtiges Wahlkampfthema war die Zukunft der Linzer Eisenbahnbrücke, deren Entscheidung allerdings in eine eigene Volksbefragung ausgelagert wurde. Sie wird nun abgerissen, was die SPÖ auch wollte. Luger vermutet, dass diese Frage das Ergebnis seiner Partei sogar noch positiv beeinflusst haben könnte. "Das Ergebnis der Volksbefragung zeigt, dass ÖVP, FPÖ und Neos mit ihrer Einschätzung der Lage in dieser Frage daneben gelegen sind", sagte Luger.

Anderes Bild in Steyr

Auch in Steyr zeigte sich, dass der Landestrend auch die Städte beeinflusst. Die SPÖ, die bei der letzten Gemeinderatswahl 2009 die absolute Mehrheit verlor, musste weitere Verluste hinnehmen und landete nach einem vorläufigen Ergebnis bei gut 42 Prozent. Dagegen zeichneten sich für die FPÖ starke Zugewinne auf knapp 27 Prozent ab. Die FPÖ schaffte damit wie in Linz den Sprung auf Platz zwei. Bürgermeister Gerald Hackl von der SPÖ fuhr in der persönlichen Wahl aber ein gutes Ergebnis ein und wurde mit einem Trend-Ergebnis von 57,4 Prozent schon im ersten Wahlgang wiedergewählt.

Der generelle Landestrend zeichnete sich auch in den übrigen Gemeinderäten ab. Wenn auch nicht ganz so drastisch wie im Land. Die FPÖ gewann stark dazu, die Grünen schwach, ÖVP und SPÖ verloren. Zumindest Platz zwei in den Gemeinderäten konnte die SPÖ gegenüber der FPÖ behaupten.