Stimmenanteile 2009 und 2015 und Sitze im Landtag sowie in der Landesregierung. - © APA
Stimmenanteile 2009 und 2015 und Sitze im Landtag sowie in der Landesregierung. - © APA

Wien/Linz. In Oberösterreich hat, wie es scheint, die FPÖ alles richtig gemacht bzw. mit der verfahrenen Asylsituation und den Sorgen der Bürger einen fulminanten Stimmenzugewinn verbucht. Die großen Zugewinne der FPÖ und die Verluste der Großparteien bei der Landtagswahl in Oberösterreich spiegeln sich auch in den Gemeindeergebnissen wider. So verzeichneten die Freiheitlichen in allen der 442 Gemeinden ein Plus. Die ÖVP legte hingegen in keiner einzigen Kommune Stimmen zu. Die SPÖ konnte sich lediglich in 17 Gemeinden - und das von ohnehin niedrigem Niveau aus - verbessern.

Die FPÖ streifte in allen Gemeinden Gewinne ein - den noch geringsten Zuwachs gab es für die Partei in Kirchberg ob der Donau mit einem Plus von 7,07 Prozentpunkten. In der ÖVP-dominierten 1000-Einwohner-Gemeinde legten die Freiheitlichen auf 22,65 Prozent zu, die ÖVP verlor mit einem Minus von 6,04 Prozentpunkten die absolute Mehrheit und kam auf nur mehr 48,93 Prozent.

Größtes Plus in schwarzer Hochburg: 34 Prozent

Insgesamt wuchs die FPÖ in nur 16 der 442 Gemeinden um weniger als zehn Prozentpunkte. Das größte Plus verzeichneten die Blauen in der bisherigen ÖVP-Hochburg St. Roman. Dort gab es einen Zuwachs von 34,05 Prozentpunkten - auf nun 49,77 Prozent. Die ÖVP sackte von bisher 66,26 Prozent auf 35,69 Prozent ab - was für die Volkspartei auch das größte Gemeinde-Minus (-30,57 Prozent) dieser Wahl bedeutete. St. Roman war allerdings die einzige Gemeinde, wo es für die FPÖ mehr als 30 Prozentpunkte Plus gab. In 49 weiteren Gemeinden lag der Zugewinn für die Freiheitlichen aber bei - teils weit - mehr als 20 Prozentpunkten.

Die ÖVP verzeichnete in allen Gemeinden ein Minus. Mehr als 30 Prozentpunkte verlor die Volkspartei aber neben St. Roman in keiner weiteren Gemeinde. In 17 Kommunen lagen die schwarzen Verluste zwischen 20 und 30 Prozentpunkten. Das größte Minus unter diesen setzte es für die Landeshauptmann-Partei mit 26,55 Prozentpunkten in der bisher tiefschwarzen Kleingemeinde Mayrhof, wo 2009 noch 70,65 Prozent der Wähler für die ÖVP votierten. Dort legte die FPÖ mit 23,18 Prozentpunkten überdurchschnittlich zu und kam mit 43,08 Prozent fast an die nun 44,10 Prozent der ÖVP heran.

Unteres Mühlviertel bleibt schwarz