Salzburg. Noch eine Landtagswahl steht in diesem Jahr plangemäß auf dem Programm. Und sie wird am 22. April im Land Salzburg aller Voraussicht nach das gleiche Ergebnis bringen wie schon die drei Landtagswahlen zuvor in diesem Jahr: eine klare Bestätigung für den Landeshauptmann.

In Salzburg ist das Wilfried Haslauer von der ÖVP. Seine Partei startet mit 29 Prozent allerdings von einem historischen Tief. Ziel nun ist "jede dritte Stimme", also mindestens 33 Prozent. Die Umfragen sehen die ÖVP aktuell zwischen 34 und 36 Prozent. Das niedrige Ausgangsniveau hat seinen Ursprung im Finanzskandal, dessen Ausbrechen und Aufarbeitung im Vorfeld der letzten Wahl auch der ÖVP, dem damaligen Juniorpartner in der Regierung, Schrammen verpasste.

Haslauer ist der einzige Spitzenpolitiker im Land, der den Skandal politisch überlebte. Heute sind die damaligen Malversationen in der Verwaltung aber praktisch kein Thema mehr. Für die ÖVP wird es im Wahlkampf vor allem um Mobilisierung gehen, um den prognostizierten Zugewinn auch tatsächlich einzufahren. Die in Salzburg nach wie vor schwarze ÖVP profitiert von der Beteiligung an der Landesregierung wesentlich stärker als der grüne Koalitionspartner.

Spaltung bei Stronach,
Spaltung bei der FPÖ

Die SPÖ, die vor 2013 mit Gabi Burgstaller die Landeshauptfrau stellte, wird sich schwer tun, ein ähnliches Plus wie die ÖVP einzufahren. Auch die Sozialdemokraten starten mit 23,8 Prozent von einem historischen Tief. Nach fünf Jahren in der Opposition will SPÖ-Chef Walter Steidl zumindest ein Plus vor dem Ergebnis und in die Regierung.

Abseits von den beiden ehemaligen Großparteien ist die Salzburger Parteienlandschaft ziemlich unübersichtlich. Insgesamt acht Parteien werden voraussichtlich antreten, darunter mehrere Splittergruppen. Der Grund dafür, warum trotzdem fast alle mit einem Plus rechnen können, ist das Ende des Team Stronach. 8,3 Prozent der Stimmen, die diese Liste 2013 erreichte, sind nun wieder zu haben.

Aus dem entstandenen Landtagsklub sind zwei neue Listen hervorgegangen. Die Freien Wähler Salzburg von Stronach-Klubobmann Helmut Naderer, die aber mangels Chancen auf einen Einzug in den Landtag doch nicht antreten, und die Salzburger Bürgergemeinschaft des im Jänner nach einer Parteispendenaffäre zurückgetretenen Ex-Stronach-Landesrat Hans Mayr. Auch diese Liste hat laut Umfragen keine Chance auf einen Einzug in den Landtag.