Auch die SPÖ möchte wieder mitregieren und ihre ungeliebte Oppositionsrolle ad acta legen. Steidl zeigte sich optimistisch. "Mitregieren ist unser Wahlziel und stärkste Partei hinter der ÖVP zu werden." Die SPÖ habe in der Opposition einiges weitergebracht. "Wir waren konstruktiv und verlässlich." Nach der Wahl soll jedenfalls die stärkste Partei die Regierung bilden, sagte Steidl, der erneut vor Schwarz-Blau warnte.

"Mein Ziel ist Salzburg"

Auf das Wahlziel der FPÖ von 20 Prozent angesprochen, gab Svazek zu bedenken, dass die FPÖ in Salzburg (nach dem Rauswurf von Karl Schnell und einiger Abgeordneten, Anm.) vor zweieinhalb Jahren "streng genommen bei Null" gestartet sei und sich die Partei neu aufgestellt habe. Das Wahlziel zu erreichen, sei nicht einfach, betonte Svazek. "Wir befürchten, wenn die ÖVP 40 Prozent schafft, geht sie mit den Grünen eine Koalition ein. Wir wollen in der Landesregierung Schwarz-Grün ablösen." Auf die Frage, ob sie in Salzburg bleiben will, auch wenn ein Regierungsamt nicht gelingt, antwortete sie: "Mein Ziel ist Salzburg. Ich werde nach dem 22. April zurück nach Salzburg gehen." Ein junger Schwung in der Politik wäre nicht schlecht, sagte sie zu Haslauer.

Der ehemalige FPÖ-Langzeitobmann Karl Schnell, der mit der FPS eine neue Partei gründete, gab sich trotz anderslautender Umfrageergebnisse zuversichtlich, dass der "Freien Partei Salzburg" der Einzug in den Landtag gelingt. Er werde ein "Anwalt für ältere Menschen, Tiere und eines gesundes Gesundheitswesen" sein. Falls er das Wahlziel nicht schafft? "Ich habe einen wunderbaren Beruf und eine noch wunderbarere Familie. Aber ich bin überzeugt, dass es gelingen wird. Wo die Umfragen herkommen, weiß ich nicht", sagte der praktische Arzt aus Saalbach-Hinterglemm.

Der Gastronom und Nationalratsabgeordnete Sepp Schellhorn erklärte, kommenden Wahlsonntag sei entscheidend, "in welche Richtung wir gehen", ob in Richtung "Schwarz-Blau", was "mit einem braunen Flecken" einen Rechtsruck zur folge habe, oder mit der Grünen "Systempartei" oder "mit uns, dem Steuermann der Zukunft", einer Partei ohne Altlasten, die für Transparenz stehe. Darauf angesprochen, dass er in Salzburg ja nur für ein Regierungsamt zur Verfügung stehen will und ob das nicht eine Geringschätzung des Wählers und des Landtages sei, antwortete Schellhorn: Er stehe dafür ein, dort zu arbeiten, "wo ich mehr für die Salzburger bewegen kann". Seine Forderung, die Landesregierung von sieben auf drei Mitgliedern zu verkleinern, werde er auch dann beibehalten, wenn er in die Regierung komme. Salzburg könne da eine Vorbildwirkung einnehmen.

Der wegen einer Parteispendenaffäre im Jänner zurückgetretene Ex-Team-Stronach-Landesrat Hans Mayr möchte mit seiner "Salzburger Bürgergemeinschaft" weiter in der Politik mitmischen. Er gab sich zuversichtlich, es in den Landtag zu schaffen, auch wenn Umfragen das Gegenteil behaupten. "Die Menschen wissen das, dass Hans Mayr ein verlässlicher Partner in der Regierung war und anpackt. Wir haben über 90 Prozent der gesteckten Ziele in der Regierung erreicht." Falls er das Wahlziel doch nicht erreicht, "wird es keinen Wechsel zu anderen Parteien geben", versprach Mayr. Er war vor seinem Wechsel zum Team-Stronach von 2008 bis 2013 ÖVP-Bürgermeister in Goldegg.