Salzburg. Die Spitzenkandidaten von sieben der insgesamt neun Parteien, die bei der Salzburger Landtagswahl am 22. April antreten, haben sich am Sonntag in einer "Pressestunde spezial" im ORF Landesstudio Salzburg den Fragen von Journalisten gestellt. Das Gespräch verlief sachlich und ohne politisches Wadlbeißen. Jeder war bestrebt, angesichts möglicher Koalitionsvarianten, den andern nicht zu brüskieren.

Den Fragen von ORF-Salzburg-Chefredakteur Gerd Schneider und Lokalressortchefin der "Salzburger Nachrichten", Sylvia Wörgetter, gestellt haben sich 90 Minuten lang ÖVP-Landeshauptmann Wilfried Haslauer, SPÖ-Landesparteiobmann Walter Steidl, LHStv. Astrid Rössler (Grüne), FPÖ-Landesparteiobfrau Marlene Svazek, FPS-Chef Karl Schnell, NEOS-Landessprecher Sepp Schellhorn und Ex-Landesrat Hans Mayr (SBG). Nicht teilgenommen an der Runde haben die Spitzenkandidaten der KPÖ-Plus, die nur in der Stadt Salzburg und im Flachgau kandidiert, und der Christlichen Partei Österreich (CPÖ), die nur im Flachgau ankandidiert. Alle anderen Parteien kandidieren in allen Bezirken.

"Dauerbrenner"

Themen der Sendung waren neben den "Dauerbrennern" Wohnen und Verkehr, zu denen die Parteichefs ihre bisher vorgebrachten Lösungsvorschläge abermals erläuterten, auch die Wahlziele der einzelnen Parteien und Koalitionsvarianten. Landeshauptmann Haslauer verwies auf die Ausgangsposition der ÖVP von 29 Prozent bei der Landtagswahl 2013. Die vier bis fünf Prozentpunkte, welche die ÖVP dazugewinnen will, sei angesichts der guten Umfrageergebnisse nicht als strategisches Tiefstapeln zu verstehen, denn ein Zugewinn gehe nicht ohne Anstrengung. "Wenn es mehr ist, freut es uns", sagte Haslauer.

Auf eine Koalitionsvariante nach der Wahl - 2013 bildete die ÖVP mit den Grünen und dem Team Stronach eine Koalitionsregierung - legte sich Haslauer nicht fest. Er werde mit allen Parteien, die im Landtag vertreten sind, Gespräche führen. Die neue Kultur in der Politik in Salzburg soll jedenfalls fortgeschrieben werden, er stehe für Zusammenarbeit und nicht für Streit.

Umweltschutz

LHStv. Rössler bezeichnete die Ausgangslage der Grünen, denen Meinungsforscher Verluste prognostizieren, als "nicht schlecht". "Mein Ziel ist, so viel wie möglich wieder abzuholen." Falls die Grünen wieder in der Regierung kommen, werde man weiterhin für eine grüne Handschrift sorgen und ein verlässlicher Partner für Umweltschutz sein. "Wir sind ein starkes und erfahrenes Team. Wir waren mutig, in der Raumordnung und in anderen Bereichen."