• vom 18.04.2018, 06:00 Uhr

Wahlen

Update: 18.04.2018, 12:55 Uhr

Salzburg-Wahl

Grüne Heimat, blaue Heimat




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (12)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Matthias Nagl

  • Grüne und FPÖ duellieren sich um einen Platz in der nächsten Salzburger Landesregierung.

Die Grünen plakatierten in Salzburg den Slogan "Heimat beschützen", die FPÖ "Schütz‘ dieses Land". Es besteht akute Verwechslungsgefahr. - © APAweb/Barbara Gindl

Die Grünen plakatierten in Salzburg den Slogan "Heimat beschützen", die FPÖ "Schütz‘ dieses Land". Es besteht akute Verwechslungsgefahr. © APAweb/Barbara Gindl

Salzburg. Wahlplakate sagen manchmal gar nichts aus. Manchmal verraten sie aber mehr, als den Parteien lieb ist. Im Wahlkampf zur Salzburger Landtagswahl am kommenden Sonntag sind einander Grüne und FPÖ inhaltlich auf ihren Wahlplakaten überraschend nahe gekommen. Beim Sloganpaar "Heimat beschützen" (Grüne) und "Schütz‘ dieses Land" (FPÖ) besteht akute Verwechslungsgefahr. Das kommt bei zwei Parteien, die so gegensätzliche Positionen einnehmen, selten vor.

Während die FPÖ seit jeher mit dem Heimatbegriff arbeitet, entdeckten die Grünen diesen erst mit Alexander Van der Bellens Bundespräsidentenwahlkampf. "Es gibt einen weltoffenen Heimatbegriff, der auch die Umwelt, die Landschaft und auch Zusammenhalt und Vielfalt miteinbezieht. Das zu verknüpfen und als offenen Begriff zu sehen, ist mein Verständnis von Heimat", erklärt die Salzburger Grünen-Chefin Astrid Rössler im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".


Das Gegensatzpaar Grüne und FPÖ hat seinen Reiz bei dieser Wahl nicht nur aufgrund der Fokussierung auf die Heimat. Aller Voraussicht nach wird sich zwischen diesen Parteien entscheiden, wie die kommende Salzburger Landesregierung aussieht. Sollte die schwarz-grüne Landesregierung diesmal ohne Schützenhilfe keine Mehrheit bekommen, dürfte die FPÖ die besten Karten auf eine Regierungsbeteiligung haben. Die SPÖ wird von vielen Beobachtern aufgrund der Signalwirkung von Schwarz-Rot und Problemen auf der persönlichen Ebene als chancenlos auf einen Regierungseinzug gesehen.

Auf Wahlkampftour in Salzburgs Gebirgsregionen
Interessant ist das grün-blaue Gegensatzpaar auch aufgrund seiner Rolle im ländlichen Raum, der nicht nur in der Bildsprache besonders gerne mit dem Heimatbegriff verknüpft wird. Denn während die Grünen in ihren fünf Jahren in der Landesregierung einen deutlichen Schwerpunkt auf den Naturschutz gelegt haben und mit einem neuen Raumordnungsgesetz die Ortskerne außerhalb der Städte stärken wollen, fährt im ländlichen Raum die FPÖ die Ernte im Sinne von überdurchschnittlichen Wahlergebnissen ein. Würden in Österreich nur die drei Salzburger Gebirgsgaue wählen, hätte Türkis-Blau eine satte Zweidrittelmehrheit und Norbert Hofer wäre Bundespräsident.

Auf Wahlkampftour in Salzburgs Gebirgsregion kommen aber sowohl Rössler als auch FPÖ-Chefin Marlene Svazek gut an. Für die FPÖ ist der Oberpinzgau ein Hoffnungsgebiet. In fast allen Gemeinden schnitt sie bei der Nationalratswahl 2017 überdurchschnittlich ab. In Stuhlfelden waren die Blauen stärkste Partei, in Mittersill, der einzigen Stadt der Region, kamen sie auf knapp 33 Prozent.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Schlagwörter

Salzburg-Wahl, Grüne, FPÖ

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-04-17 16:34:16
Letzte Änderung am 2018-04-18 12:55:25



Wahlergebnisse Salzburg


Ergebnisse der Landtagswahl Salzburg 2018
Zu den Ergebnissen der Landtagswahl Salzburg



Werbung




Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Mindestsicherung im Schnelldurchlauf
  2. "Wir schrecken, um wachzurütteln"
  3. Das neue Selbstbild
  4. Gefahr von oben
  5. "Rosa Handtaschl" für Verteidigungsminister
Meistkommentiert
  1. Gridlings Suspendierung gerichtlich aufgehoben
  2. Kurz kritisiert "Gräuelpropaganda"
  3. Viererkoalition unter Bürgermeister Willi steht
  4. Angekratztes Monopol
  5. Kickls Fremdenrechtsnovelle in der Kritik


Werbung