Werner Kogler sprach am Sonntagnachmittag für die Grünen von einer "Enttäuschung" - wenn es dabei bleibe, hoffte Kogler noch auf die Zweistelligkeit. "Ja, es ist enttäuschend." Das letzte Ergebnis sei aber auch "ein Highlight" gewesen. Man werde nun hinschauen, warum es in manchen Bundesländern nicht laufe. Spitzenkandidatin Astrid Rössler habe einen guten Job gemacht, aber: "Es ist grad kein Wind für Grün."

Die Grüne Landessprecherin Maria Buchmayr findet das Ergebnis ihrer Partei zwar "auf den ersten Blick enttäuschend", aber man müsse auch sehen, dass es das zweitbeste in der Geschichte der Salzburger Grünen sei und die Partei beim letzten Urnengang nach dem Finanzskandal überdurchschnittlich gut abgeschnitten habe. Die Salzburger Grünen-Chefin Astrid Rössler hat noch am Wahlabend ihren Rücktritt angeboten. Das könne Buchmayr persönlich verstehen. Aber: "Ich schätze sie sehr." Natürlich würde sie die Grünen gerne in einer Landesregierung sehen, allerdings dürfte sich das nicht ausgehen. Allerdings sah Buchmayr auch Grund zur Freude am Sonntagabend: In Innsbruck werde der Grüne Kandidat Georg Willi in die Stichwahlen kommen.

"Die Richtung stimmt" für FPÖ

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Max Lercher hatte nach den ersten Prognosen eher nichts zu feiern. Er sah ein lachendes und ein weinendes Auge - man dürfte Platz Zwei halten (was freilich noch nicht fix ist), aber es gebe kein Stimmenplus. Personalfragen würden in der SPÖ in Gremien diskutiert und nicht übers Fernsehen, wollte er sich keine Antwort entlocken lassen, ob es personelle Konsequenzen geben wird. Spitzenkandidat Walter Steidl habe aber die gesamte Partei in Salzburg wieder konsolidiert.

"Die Richtung stimmt", freute sich FPÖ-Klubchef Johann Gudenus über das Plus in Salzburg. "Es gibt Grund zur Freude." Offensichtlich genieße auch die Bundesregierung ein großes Vertrauen, wie man bei allen vier Landtagswahlen heuer gesehen habe.

NEOS-Generalsekretär Nick Donig betonte, man habe das Ziel, in den Landtag einzuziehen, erreicht. Unterm Strich sei es ein "schönes Ergebnis".

Landeshauptmann will mit allen sprechen

Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer hat nach dem Wahlerfolg seiner ÖVP angekündigt, mit allen Landtagsparteien zu sprechen. Binnen acht bis neun Tagen wolle er dann entscheiden, mit wem er dann Regierungsverhandlungen führen werde, kündigte der Wahlsieger im Gespräch mit der APA an.

Ob angesichts der schweren Verluste seines bisherigen Grünen Koalitionspartners schwarz-grün überhaupt noch möglich sei, beantwortete Haslauer nicht. "Ich kommentiere keine Wahlergebnisse von anderen Mitbewerbern." Er werde nun mit allen Landtagsparteien sprechen. "Mein Ziel ist es, in den nächsten acht bis neun Tagen zu einer Entscheidung zu kommen, mit wem wir tatsächlich in Verhandlungen eintreten", so Haslauer.

Auf mögliche Koalitionspartner wollte sich Haslauer nicht festlegen: "Im Lichte des Wahlergebnisses zerbreche ich mir heute nicht den Kopf." Die ÖVP habe angesichts ihres starken Vorsprungs jedenfalls die "eindeutige Führungsposition". Eine mögliche neuerliche Dreierkoalition sieht Haslauer eher skeptisch: "Auch das ist eine Möglichkeit, aber nicht sehr wahrscheinlich."

Schon zuvor hatte Haslauer vor Journalisten den Rückenwind der Bundespolitik gelobt. "Es hat uns geholfen, dass die ÖVP bundesweit angesehen ist." Auch Kanzler Sebastian Kurz habe den Wahlkampf sehr unterstützt: "Der Bundeskanzler wird sehr positiv gesehen in der Bevölkerung."

Peter Hajek: "Gewinner ist die Verlässlichkeit"

Für Meinungsforscher Peter Hajek lässt sich der Erfolg der ÖVP in einem Wort zusammenfassen: Verlässlichkeit. "Dafür steht Wilfried Haslauer, dafür steht die ÖVP. Wie schon in NÖ, Tirol und Kärnten setzt sich der neue Typ des sachlichen Landeshauptmannes durch. Die SPÖ konnte in ihrer Kampagne einen Punkt machen – gegen rechts/gegen Schwarz-Blau. Das reichte aber nicht für eine stärkere Mobilisierung. Die Wahlmotive der SPÖ-Wähler könnten auch aus den 70er Jahren stammen."

Die FPÖ habe für Hajek zwei Assets: Einmal der Dauerbrenner Asyl & Zuwanderung – und Marlene Svazek. "Erstmals stand eine junge Frau an der Spitze der FPÖ Salzburg, was von den Wähler/innen positiv vermerkt wurde", sagt Hajek.

Die Grünen konnten dem Meinungsforscher zufolge mit ihrer Arbeit in der Regierung punkten und hatten mit Astrid Rössler einen "emotionalen Anker für die verbliebenen Grün-Wähler".