Einst war die steirische ÖVP berühmt dafür, dass sie neue, radikale Ideen wälzte, heute hört man kaum mehr solche Vorschläge. Warum?

Hier widerspreche ich Ihnen. In den vergangenen zwei Perioden haben ÖVP und SPÖ einen radikalen Strategiewechsel mit mutigen Reformen im Land umgesetzt, und das ohne Rücksicht auf die eigenen Parteiinteressen. Wir haben Gemeinden und Bezirke fusioniert, Bezirksgerichte und Schulen zusammengelegt und auch beim Sozialstaat Leistungen gedeckelt. Wer hat das sonst noch gemacht? Keiner, obwohl mich bei einem Bier andere Landeshauptleute gefragt haben: "Wie habt ihr das geschafft? Das wäre bei uns auch notwendig?"

Ich vermute, Sie werden jetzt nicht verraten, wer das gesagt hat.

Natürlich nicht!

Und die Reformen für die Zukunft?

ÖVP und SPÖ haben den Gesundheitsplan 2035 präsentiert, da warten wieder große Herausforderungen.

Mit den schwarz-roten Gemeinsamkeiten scheint es derzeit aber vorbei, nachdem Sie Neuwahlen gegen den Willen der SPÖ beschlossen haben.

Wir haben bis zur Entscheidung über den Wahltermin gut zusammengearbeitet. Meine Hand zur Zusammenarbeit ist weiterhin ausgestreckt. Die Steiermark steht gut da, wir sind hinter Oberösterreich zweiter in Sachen Export.

Und trotzdem beurteilt Standard & Poor’s ihre Budgetlage nur mit AA+ und negativem Ausblick.

Ja, wir stehen vor Herausforderungen. Deshalb werden Sie von mir auch keine Ideen hören, die unsere Schulden erhöhen. Niemand kann mehr ausgeben, als er einnimmt.

Sie werden im Februar 68. Wenn Sie Erster werden und wieder Landeshauptmann, werden Sie dann die gesamte Periode bis 2024 durchdienen?

Ja, ich trete für fünf Jahre an.