Im ORF-Wahl-Duell am Donnerstag hat der Wiener ÖVP-Chef und Finanzminister Gernot Blümel dem Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp Fakten aus dessen Unternehmertum vorgehalten: nämlich, dass Nepps Familienunternehmen, ein Papierfachhandel, Corona-Beihilfen beantragt und erhalten habe, sowie 21 Mitarbeiter in Kurzarbeit gewesen seien.

Heute stellte die ÖVP gegenüber der APA klar, dass Blümel bereits öffentlich bekannte Fakten wiederholt habe.

Die Aussagen Blümels während des Duells hatten die Frage aufgeworfen, ob dieser mit eigentlich nicht öffentlichen Daten, die ihm als Finanzminister zugänglich sind, im Wien-Wahlkampf operiere. "Dominik Nepp behauptet im Wahlkampf mehrfach, die Corona-Maßnahmen des Bundes würden nicht helfen", hieß es seitens der Wiener ÖVP auf Anfrage. Blümel habe im gestrigen TV-Duell Informationen wiederholt, die in vorangegangenen Diskussionsformaten von Nepp selbst kommuniziert worden seien.

"Unehrlich und unanständig"

Blümel betonte in diesem Zusammenhang: "Wir freuen uns über jeden einzelnen Unternehmer, dem die Staatshilfen dabei helfen, besser durch die Krise zu kommen und Arbeitsplätze zu sichern. Die Hilfen kommen an und wirken - insbesondere auch in Wien. Auch wenn es manchen nicht in die Wahlkampf-Geschichte passt. Zu poltern, dass angeblich keine Hilfen ankommen, diese gleichzeitig in Anspruch nehmen, das in Diskussionen auf Nachfrage zugeben und sich darüber dann wieder beschweren, ist jedenfalls unehrlich und unanständig."

FPÖ-Chef Nepp sagte heute auf APA-Nachfrage: "Es geht nicht um mein Unternehmen, sondern um zig Tausende andere Unternehmen. Wenn man hier einem vorwirft, man hat eh beantragt und bekommen, dann ist das eigentlich eine Frechheit eines Finanzministers. Denn jeder Unternehmer kämpft um seine Mitarbeiter." Auf die Frage, ob er, Nepp, etwas dagegen unternehmen wolle, antwortete er: "Ich werde meine Schritte ziehen." Konkreteres ließ er dazu nicht wissen. (apa)