• vom 16.10.2015, 21:00 Uhr

Wahlen

Update: 16.10.2015, 22:21 Uhr

Wien-Wahl 2015

"Herumzicken sollte keiner"




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Von Christian Rösner

  • Am Dienstag will Michael Häupl bekanntgeben, mit welcher Partei er die Stadt regieren möchte.

Das Personalkarussell beginnt sich bald zu drehen. - © Newald, apa/Techt, Neubauer, Urban, Hochmuth, Pfarrhofer

Das Personalkarussell beginnt sich bald zu drehen. © Newald, apa/Techt, Neubauer, Urban, Hochmuth, Pfarrhofer

Wien. Knapp eine Woche nach der Wien-Wahl dreht sich naturgemäß die Gerüchtemühle auf Hochtouren und eine Theorie jagt die andere: Wer wird Koalitionspartner der SPÖ? Welche Köpfe werden in der Stadtregierung und sonst wo rollen? Welche inhaltlichen Neuerungen kommen?

In der vergangenen Woche ist viel geschehen: Bürgermeister und SPÖ-Landesparteivorsitzender Michael Häupl wurde trotz Verluste seiner Partei plötzlich zum mächtigsten Mann in der gesamten SPÖ hochstilisiert. Schließlich habe er das erste wirksame Mittel gegen die FPÖ gefunden: eine Haltung, die auf alle Fälle in der Flüchtlingsfrage von Menschlichkeit geprägt ist. Der Status "amtsmüder Auslaufbürgermeister" wurde durch "richtungsweisendes Alphatier" ersetzt. Zumal sich offensichtlich auch Bundeskanzler Werner Faymann ein Vorbild an Häupl nehmen und deutlicher die Anti-Strache-Strategie hervorkehren will. Frei nach dem Motto: Was in Wien geht, könnte doch auch auf Bundesebene funktionieren. Sicher ist das aber keineswegs.


Ludwig stark angeschlagen
Aus dieser Position heraus hat Häupl in demonstrativer Demut gemeint, dass er das Wahlergebnis nicht als Auftrag werte, so weiterzumachen wie bisher. Und seine Aussage, nur den Rasen vor dem Gemeindebau in Ordnung zu halten, sei zu wenig, wurde nicht zuletzt von vielen Genossen als Seitenhieb auf Wohnbaustadtrat Michael Ludwig gewertet. Ludwig sei stark angeschlagen und müsse jetzt als vorschnell gefeierter Favorit für die Häupl-Nachfolge um sein Standing kämpfen, heißt es nun. Auch das schlechte Abschneiden im eigenen Bezirk (Floridsdorf Anm.) bringt Ludwig nicht gerade in eine Position, in der er Anspruch auf höhere Weihen erheben könnte. Außerdem dürfte er der Einzige sein, der sich noch immer nicht deutlich genug von der FPÖ abgrenzt. Womit er natürlich angesichts der "neuen Erfolgslinie" der Wiener SPÖ auf einsamen Posten steht.

Das müsse aber nicht gleich einen Rauswurf bedeuten. "Vielleicht gibt es ja eine andere Aufgabe, die besser zu ihm passt", meint ein kritischer Parteikollege Ludwigs dazu. Außerdem habe dieser noch immer einen sehr großen Rückhalt in der Partei. So einfach werde man ihn also nicht wegbekommen. Näher wollte man sich dazu am Freitag nicht äußern. Sicher ist nur, dass es Verschiebungen innerhalb der Stadtregierung geben wird.

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Dokument erstellt am 2015-10-16 18:11:05
Letzte Änderung am 2015-10-16 22:21:55



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