Sie gilt nicht als Realo, wie Vassilakou, die ihren Büroleiter Peter Kraus als Nachfolger favorisierte. Genau wie Kogler. Der lobte Kraus mehrfach als Zukunftshoffnung der Grünen. Nun muss er mit der linken Hebein sein Auskommen finden. Und die für eine Koalition mit Kurz zu gewinnen ist nahezu ausgeschlossen. Hebein wäre dafür aber notwendig, denn sie müsste die Wiener Grünen überzeugen, intern für Türkis-Grün zu stimmen. Dürfte schwierig werden.

Schließlich stößt ihr schon der Kurs ihres roten Wiener Koalitionspartners mitunter bitter auf. Ludwigs Alkoholverbot am Praterstern kritisierte sie. Eine Ausweitung des "Wien Bonus" ist für Hebein ein rotes Tuch. Dann lieber Opposition. Hebein will den Platz links der - in die Mitte driftenden - SPÖ füllen. Für Wien könnte die Taktik genau der richtige sein. Für Kogler nicht. Schließlich feiern die Grünen in Innsbruck und Deutschland ungeahnte Erfolge - mit Realo-Kurs. Nicht mit Ideologie.

Und dann ist da noch Christoph Chorherr. Der ehemalige Planungssprecher der Wiener Grünen war über Jahrzehnte eine der treibenden Kräfte innerhalb der Partei. Er gilt als Architekt der rot-grünen Koalition. Er war populär, wurde über Parteigrenzen geschätzt. Nun steht er im Zentrum von Ermittlungen. Der Vorwurf lautet ausgerechnet Korruption. Die Staatsanwaltschaft prüft einen Zusammenhang zwischen Flächenwidmungen und Geldspenden an einen von ihm gegründeten Verein. Chorherr dementiert, trat aber aus der Partei aus. Kogler spricht von einem "schweren politischen Fehler". Sein an sich guter, schachpolitscher Wahlkampf leider unter der Causa. Der Torpedo aus Wien ist eingeschlagen - wieder einmal.