Auch für diese ÖVP wäre es eine teure Koalition, allerdings ist der Preis im Vergleich zu 2017 doch deutlich gesunken. Vor allem im Vergleich zu den anderen Preisen. Man kann zwar davon ausgehen, dass sich Kurz eine solche Koalition wirklich nicht wünscht, aber Politik ist eben kein Wunschkonzert, die Optionen sind mitunter eingeschränkt und zudem kostspielig. Das Besondere diesmal: Es gilt für sämtliche Parteien. Keine Partei wird die Koalition bekommen, die sie sich wünscht.

Gut möglich, ja sogar wahrscheinlich, dass die Phase der Sondierungen diesmal länger dauert. Kurz muss sich erstmals als echter Verhandlungsstratege beweisen. Wenn Koalitionsverhandlungen scheitern, gibt es in der Regel eigentlich kein Zurück mehr. Daher spricht vieles für Sondierungen, die bereits halbe Koalitionsverhandlungen sind. Ausschließen wird Kurz bis zuletzt niemanden, schon allein, um nicht den Preis für die ÖVP so gering wie möglich zu halten. Was die anderen Parteien allerdings auch wissen: Die ÖVP ist so hohe Verbindlichkeiten eingegangen, dass sie nicht bald wieder wählen wird können. Auch das ist Teil des Preises.