IHS-Chef Martin Kocher sieht darüber hinaus bei weichen Faktoren einen Nachholbedarf: "Angesichts der Pensionierungswelle und dem digitalen Strukturwandel stimmen Arbeitskräfte-Angebot und -Nachfrage immer weniger überein." Bildung zum Beispiel, "denn gerade wegen des digitalen Umbaus haben wir großen Bedarf in dem Bereich." Als Allgemeinplatz trommeln das alle Parteien seit Jahren.

Kocher vermisst aber auch eine sogenannte "Willkommenskultur" als weichen Standortfaktor - damit meint er die Attraktivität des Landes für ausländische Arbeitskräfte: "Österreich hat es bisher nicht geschafft, zwischen Asyl und Flucht und für den Arbeitsmarkt notwendige Zuwanderung zu unterscheinen. Das wird häufig in einen Topf Migration geworfen", sagt der Ökonom. Instrumente wie die Rot-Weiß-Rot-Card zeigen kaum Wirkung.

Hier bleibt die FPÖ ihrem Motto treu, Zuwanderung wird im Wahlprogramm als Gefahr geschildert - für Heimat, Sicherheit und Arbeitsmarkt. Statt Willkommenskultur heißt es: "Nein zu Massenzuwanderung und Willkommenspolitik" - also keine qualifizierten Arbeitskräfte aus Drittstaaten.(jm/mad)