Wien. Die SPÖ hat in Wien bei der Nationalratswahl den ersten Platz verteidigt - wenn auch mit beträchtlichen Verlusten. Laut dem vorläufigen Endergebnis kommen die Roten auf 28,9 Prozent, ein Minus von fast 6 Prozentpunkten. Die ÖVP legt zu, wenn auch weniger stark als österreichweit. Die Grünen triumphieren und kratzen an der 20-Prozent-Marke, die FPÖ stürzt auch in Wien ab.

Die Volkspartei darf sich über 24 Prozent und einen Zuwachs von 2,5 Prozentpunkten freuen. In Sachen Plus werden sie aber klar von den Grünen übertroffen. Deren 19 Prozent bedeuten einen Zuwachs von 13 Prozentpunkten. Das bedeutet, dass sich die Blauen mit dem vierten Platz begnügen müssen. Sie kommen heute nur mehr auf 14,2 Prozent und büßen damit 7,1 Prozentpunkte ein.

Kleines Plus für die NEOS

In Wien haben die Grünen auf breiter Front dazu gewonnen. In sieben Bezirken setzten sie sich an die Spitze. Weitere Detailergebnisse hier. - © APAweb / WZ Online
In Wien haben die Grünen auf breiter Front dazu gewonnen. In sieben Bezirken setzten sie sich an die Spitze. Weitere Detailergebnisse hier. - © APAweb / WZ Online

Die NEOS haben ein kleines Plus zu feiern. Die für die Pinken ausgewiesenen 8,7 Prozent bedeuten einen Zuwachs von 2,3 Prozentpunkten. Die Liste JETZT erzielt mit 3,2 Prozentpunkten in Wien immerhin ein deutlich besseres Ergebnis als im Bundesschnitt. Ihr Minus beträgt 4,3 Prozentpunkte.

Interessant sind auch so manche Bezirksergebnisse. Die Verluste der SPÖ halten sich in den Hochburgen, also in den Flächenbezirken halbwegs in Grenzen - wohl auch weil die FPÖ dort durchwegs stark verloren hat. In Favoriten etwa kommen die Roten, zumindest laut dem Ergebnis ohne Wahlkarten, auf mehr als 38 Prozent. Das entspricht ungefähr dem Resultat von 2017. Das ist aber nur ein schwacher Trost: Die SPÖ muss in jedem Bezirk Verluste hinnehmen.

Die Grünen können überall feiern

Das gilt auch für die Blauen. Sie fallen sogar in Simmering, wo sie seit 2015 den Bezirksvorsteher stellen, auf Platz drei - also hinter SPÖ und ÖVP - zurück. Die Volkspartei kann in den größeren Bezirken, ähnlich wie schon bei der EU-Wahl, durchaus reüssieren und zum Teil deutlich zulegen. In Penzing und Liesing verdrängte sie die SPÖ vom ersten Platz.

Verluste - die es tatsächlich auch für Türkis gibt - werden damit vermutlich kompensiert. In einigen eigentlich traditionell bürgerlichen Bezirken wie der Innenstadt, in der Josefstadt oder in Döbling musste die Volkspartei zumindest laut vorläufigem Ergebnis nämlich ein Minus hinnehmen.

Die Grünen dürfen hingegen überall feiern. Sie legen in jedem Bezirk zu und sind in sieben Bezirken stärkste Partei. In Neubau beträgt das Plus sogar 24,3 Prozentpunkte. Damit ist die grüne Hochburg mit einem Wahlergebnis von 36,4 Prozent wieder eine solche. Die Roten büßten in Neubau hingegen 14,5 Prozentpunkte ein. (apa)