Noch lässt sich Werner Kogler, Bundessprecher der Grünen, nicht in die Karten schauen. Wobei: Erst ein kleiner Teil ist im Personalpoker der Grünen verteilt. Offen auf dem Tisch liegen bislang nur die Namen der 26 Nationalratsabgeordneten der Grünen, darunter auch Kogler selbst. Bis spätestens zum 23. Oktober gilt es nun einen Parlamentsklub neu aufzustellen. Sofern erste Gespräche mit ÖVP-Bundesparteiobmann Kanzler Sebastian Kurz zufriedenstellend verlaufen, braucht er ein Team für Sondierungsgespräche, danach gewichtige Player für Verhandlungen, nach einem Abschluss Ministerinnen und Minister sowie Kabinette.

Dabei scheint der Talon der Grünen, aus dem sich geeignetes Personal ziehen lässt, auf den ersten Blick überschaubar zu sein, auf den zweiten findet Kogler aber interessantes Potenzial für seine Überlegungen vor.

Ein "realistischer Optimist"
im Hintergrund

Wird Astrid Rössler Umwelt- und Infrastrukturministerin? - © apa/Gindl
Wird Astrid Rössler Umwelt- und Infrastrukturministerin? - © apa/Gindl

Auch wenn Medien und Politikinteressierte bereits jetzt gerne über das Ende, die Grünen in Ministerien spekulieren, am drängendsten ist es aktuell, den Nationalratsklub neu aufzustellen. Neben den Abgeordneten ist da bereits eine Person klar: Wolfgang Niklfeld wird künftig Klubgeschäftsführer, also der Mann, der für den Klub organisiert, auf Tagesordnung und Sitzungen achtet, ihn mit den Klubs anderer Parteien abstimmt - also den korrekten parlamentarischen Ablauf sicherstellt.

Niklfelds Trumpf ist, dass er in dieser Funktion 2017 schon einmal neben Doris Schmidauer, Ehefrau des Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen, arbeitete. Er selbst beschreibt sich auf Twitter unter anderem als "zynischer Idealist, realistischer Optimist, sokratischer Sophist". Den Philosophen gegenüber Medien gibt er jedenfalls nicht. Auch im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" sagt er: "Ich dränge mich nicht in den Vordergrund."

Er bezeichnet sich selbst als "politischer Jurist", im grünen Umfeld wird er als "rasch im Auffassen, Kenner formal korrekter Abläufe", von manchen sogar als "Koryphäe" in der Juristerei bezeichnet. In der grünen Zwangspause beschäftigte sich der Medien- und Datenschutzrecht-Anwalt an der Seite von Rechtsanwältin Maria Windhager mit Prozessen von Sigrid Maurer und Eva Glawischnig.

Nun wird er weniger seine "eher ausgleichende Art" benötigen, die war wohl in seiner Zeit als Referent für Inneres, Landesverteidigung und Datenschutz in der Zusammenarbeit mit Peter Pilz häufiger notwendig. Jetzt muss er seine Stärken im "strukturierten Denken" ausspielen: Schließlich gilt es im Klub ein Team für das Büro und die Kommunikation aufzustellen, dann thematische Felder zu definieren und danach die Abgeordneten bei der der Suche der Referentinnen und Referenten zu unterstützen.