Bregenz. Wohnen, Verkehr, Klima, Schwarz-Grün und der Umgang mit der FPÖ: Die Themen im Ländle-Wahlkampf unterscheiden sich nicht groß von denen, die auch "hinter" dem Arlberg die Menschen umtreiben. ÖVP-Spitzenkandidat Markus Wallner (52) geht in seine zweite Wahl als Landeshauptmann. Die "Wiener Zeitung" hat ihn zwischen zwei Terminen am Telefon erreicht.

- © apa/Dietmar Stiplovsek
© apa/Dietmar Stiplovsek

"Wiener Zeitung": Über Jahrzehnte war die FPÖ der selbstverständliche Partner für die ÖVP im Land. Heute schließen Sie die Freiheitlichen als einzige Partei aus. Wer hat sich verändert: ÖVP oder FPÖ?

Markus Wallner: Bei der FPÖ ist Dramatisches passiert. Der Bruch begann 2009 mit einem Rechtsaußen-Sager über "Exiljuden" des damaligen FPÖ-Obmanns; davor hatte die Landes-FPÖ eher eine liberale Ausrichtung und verfolgte einen eigenständigen Kurs, doch seitdem sind die Blauen nur noch ein Fortsatz der Bundespartei in Wien.

Bei den Nationalratswahlen lag nicht nur die Wahlbeteiligung mit 68 Prozent unter dem Bundesschnitt, sondern auch der Zuwachs der ÖVP. Warum?

Aus meiner Sicht war es ein respektables Ergebnis mit Zuwächsen. Wir haben aber auch gespürt, dass die Menschen zwischen Bund und Land einen Unterschied machen. Viele potenzielle FPÖ-Wähler sind zudem zu Hause geblieben; ich bin aber zuversichtlich, dass am Sonntag die Mobilisierung klappt.

Wohnen ist eines der zentralen Themen in Vorarlberg: Der Raum wird knapp, die Preise steigen im dicht besiedelten Rheintal rasant. Warum fördert das Land immer noch den Bau von Einfamilienhäusern?

Wir haben ein Raumbild 2030 erarbeitet, das Grundsätze für die Flächennutzung für Grünraum, Wohnen und Wirtschaften verlangt; dabei haben wir auch massiv ins Grundverkehrsgesetz eingegriffen; die Verdichtung der Ortszentren nimmt zu, es wird höher und dichter bebaut. Mit der Wohnbauförderung, ohne die es keine Eigentumsbildung mehr gäbe, setzen wir klare Anreize in diese Richtung. Was wir, auch aus grundsätzlichen Gründen nicht anfassen, sind bestehende Widmungen. Was es aber nicht mehr geben wird, und das ist schon ein Tabubruch, ist das Horten von Grundstücken im großen Stil: In einer bestimmten Zeit muss die Widmung auch eingelöst werden.