Muna Duzdar - © apa/Pfarrhofer
Muna Duzdar - © apa/Pfarrhofer

Für Jarolims Kollegin Muna Duzdar (SPÖ, 41) kam das Ausscheiden aus dem Nationalrat einigermaßen überraschend. Duzdar sieht es sportlich: "Wir haben 12 Abgeordnete verloren, und irgendwer muss der Abgeordnete sein, der gehen muss. Das ist in einer Demokratie so."

Duzdar war Bezirksrätin, Gemeinderätin, Bundesrätin. 2016 wurde sie Staatssekretärin für den öffentlichen Dienst, Diversität und Digitalisierung. In dieser Zeit konnte sie etwa die Beratungsstelle gegen Hass im Netz oder den Digitalisierungsplan etablieren.

Als wichtigste Aufgabe der Parlamentarier sieht Duzdar die Kontrolle der Regierung. Hier war es vor allem der BVT-Untersuchungsausschuss, durch den Missstände im Innenministerium politisch aufgeklärt werden konnten: "Man kann sehr wohl etwas tun und bewegen, auch wenn man als Oppositionspartei nicht die mediale Aufmerksamkeit genießt wie eine Regierungspartei."

Auch wenn sie nun nicht mehr im Parlament für die SPÖ tätig sein kann, engagiert sie sich weiter, sei sie doch nicht wegen eines Mandats in die Politik gegangen, sondern aus Idealismus. Vor allem in ihrem Grätzel, in Kaisermühlen, ist sie stark verankert und bietet weiterhin Gesprächsrunden an.

Robert Lugar - © apa/Hans K. Techt
Robert Lugar - © apa/Hans K. Techt

Robert Lugar (49, FPÖ) erlebte eine sehr wechselvolle Zeit im Parlament. Nach elf Jahren flog er nun ebenfalls wegen des schlechten Wahlergebnisses aus dem Nationalrat. 2008 kam er als Wirtschaftssprecher des BZÖ, in das er seinem Idol Haider gefolgt war, ins Parlament. Nach Haiders Tod wechselte er zum Team Stronach. Auch dort sei er den freiheitlichen Werten treu geblieben, sagt er.

2017 dockte er nach einer Aussprache mit FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache wieder bei der FPÖ an. Erstmals gehörte er nun einer Partei an, die in Regierungsverantwortung war: "Es ist viel befriedigender, wenn man sieht, wie die Dinge, für die man sich seit Jahren einsetzt, endlich umgesetzt werden."

Wenn er sich für die Arbeit der Parlamentarier etwas wünschen könnte, hätte er gerne eine bessere Kommunikation zwischen den verschiedenen Fraktionen, um Dinge voranzubringen. Doch gesteht er ein, dass es schwierig sei: "Es wollen nicht alle das Gleiche. Wenn alle das Gleiche wollen, dann wollen nicht alle den gleichen Weg gehen. Politik ist der Versuch, einen Weg zu finden."

Jetzt gönnt sich Lugar einmal Urlaub, danach möchte er sich in der Privatwirtschaft betätigen und weiter für die freiheitlichen Werte einsetzen.