Im Bildungsbereich wollen ÖVP und Grüne Qualitätsmindeststandards für Kindergärten und eine Bildungs- statt einer Schulpflicht für Jugendliche umsetzen. In einem Pilotprogramm soll außerdem an 100 Brennpunktschulen ein "Chancen- und Entwicklungsindex" getestet werden.

Für die Kindergärten sollen bis 2022/23 unter Einbindung von Experten, Ländern und Gemeinden österreichweit einheitliche Qualitätsmindeststandards (etwa für Bildungsziele, Qualitätssicherung) festgelegt werden, zusätzlich ist ein verbindlicher Bildungs- und Betreuungsrahmenplan angekündigt.

Vorgesehen ist auch ein Ausbau der Plätze, ab 2020/21 sollen dafür die Mittel aus der Bund-Ländervereinbarung "wesentlich" erhöht werden. Gleichzeitig soll für einen besseren Übergang die Zusammenarbeit von Kindergarten und Volksschulen intensiviert werden, die Ausbildung der Elementarpädagogen will die Regierung an den Pädagogischen Hochschulen (PH) "bündeln", die Bundesbildungsanstalten für Elementarpädagogik aber beibehalten.

Deutschförderklassen bleiben bestehen

Die Deutschförderklassen bleiben, sollen aber laufend wissenschaftlich begleitet und falls nötig verbessert werden, und die Schulen sollen mehr Autonomie bei der konkreten Ausgestaltung bekommen. Außerdem soll es für Lehrer künftig mehr Fort- und Weiterbildungen zu Deutsch als Fremd- bzw. Zweitsprache geben.

Festgehalten wird auch am Ethikunterricht-Modell der Vorgängerregierung: Das Fach soll nur für jene Schüler verpflichtend sein, die keinen Religionsunterricht besuchen oder ohne Bekenntnis sind.

Wie unter Türkis-Blau ist auch wieder eine Bildungspflicht vorgesehen: Erst wenn Jugendliche die Grundkompetenzen in Mathematik, Deutsch und Englisch beherrschen, sollen sie ihre Schullaufbahn beenden können. Spätestens mit 18 ist allerdings Schluss. Vor Ende der 9. Schulstufe sollen sie außerdem eine Mittlere Reife abschließen. Unter dem Titel "Österreichs Schulbildung digitalisieren" soll jeder Schüler ab der 5. Schulstufe ein digitales Endgeräte erhalten.(apa)