Robert Marschall, Gründer der EU-Austrittspartei, ist trotz schwieriger Hürden zuversichtlich für die Nationalratswahl.

- © Wiener Zeitung/Fellner
Robert Marschall, Gründer der EU-Austrittspartei, ist trotz schwieriger Hürden zuversichtlich für die Nationalratswahl.
- © Wiener Zeitung/Fellner

Die Wähler müsse die EU-Austrittspartei nicht überzeugen, sondern nur einsammeln. Davon zeigt sich zumindest ihr Gründer, Robert Marschall, überzeugt. "Wir sind ja die einzige Partei, die einen Austritt aus der Europäischen Union fordert", sagt Marschall, der einen großen Teil der Österreicher hinter sich glaubt. Als Treffpunkt für das Gespräch mit der Wiener Zeitung wünschte er sich das Schloss Belvedere – wo Leopold Figl am 15. Mai 1955 "Österreich ist frei" verkündete.

Vor zwei Jahren hat Marschall mit zwei Mitstreitern die Partei gegründet, "als diese ganzen Finanzhilfen für Griechenland und Irland beschlossen wurden". Heute machen den harten Kern der Partei zehn Personen aus, das Budget für den Wahlkampf ist mit 10.000€ knapp gehalten. "Wir gehen davon aus, dass wir in allen Bundesländern die notwendigen Unterschriften zusammenbekommen", so Marschall. 2600 sind das bundesweit, wobei auch pro Bundesland bestimmte Quoten erfüllt werden müssen (abhängig von der Einwohnerzahl des Landes).

Die Liste "Neutrales Freies Österreich", die bei den Nationalratswahlen 2006 mit ähnlichem Programm kandidierte, sammelte damals in den letzten Stunden noch genug Unterschriften, erreichte bei den Wahlen allerdings nur 0,23% der Stimmen. Der große Unterschied für Marschall: Seitdem wurden Haftungen für andere EU-Staaten beschlossen – und die EU-Austrittspartei stehe auch mit "EU-AUS" am Stimmzettel. So sollen Last-Minute-Wähler noch in der Kabine überzeugt werden.