Wien. Österreich sollte von ausgewiesenen Fachleuten regiert werden, dieser Meinung ist BZÖ-Parteichef Josef Bucher. Sollte seine Partei in die Situation einer Regierungsbeteiligung kommen, würde er sich in den Bereichen Wirtschaft oder Finanzen wohlfühlen. Zunächst muss das BZÖ freilich erst um den Wiedereinzug ins Parlament zittern. Im Wahlkampf präsentieren sich die Orangen als "moderne Mitte", Hauptgegner ist die ÖVP, erklärte Bucher im Gespräch.

"Wir kommen künftig in immer schwierigere Gewässer was die politischen Aufgabenstellungen betrifft. Da kann es nicht sein, dass Regierungsmitglieder wechseln: An einem Tag sind sie Innenministerin, am nächsten Finanzministerin. Woher soll die Kompetenz über Nacht kommen?", meinte Bucher. Ausgewiesene Fachleute und Experten sollen hingegen die jeweiligen Ressorts übernehmen. Man müsse wegkommen von der derzeitigen "Showpolitik", so der Parteichef. Ausgewählt würden die Regierungsmitglieder von einem Gremium des Nationalrats in einem öffentlichen Hearing. In dieser Expertenregierung brauche es dann einen Masterplan, der abgearbeitet wird.

Buchers Fachbereiche
"Wirtschaft und Finanzen sind meine Fachbereiche, wo ich auch die Erfahrungen aus der Privatwirtschaft mitbringe", so Bucher. Darüber hinaus verfüge man über "genug Experten", mit denen das BZÖ immer wieder Veranstaltungen durchgeführt habe. Seine Partei positionierte er als die "moderne Mitte": "Wir sind die Vertreter des Mittelstands. Rechts oder links ist heutzutage nicht mehr so entscheidend. Möglicherweise können wir das Zünglein an der Waage sein bei einer künftigen Regierungsbildung, da ist die Mitte immer gut und immer richtig." Im Gegensatz dazu sei die ÖVP eine "altbackene Volkspartei, die nicht weiß was sie tatsächlich will", vermisst er Berechenbarkeit. Beim BZÖ hingegen wisse man: "Wenn man das BZÖ wählt, bekommt man eine Steuerentlastung."

"Es gibt eine Alternative zur ÖVP, die seit einem Viertel Jahrhundert in der Regierung ist, alles Mögliche verspricht und wieder bricht. Das ist die eindruckvollste Abgrenzung", betonte Bucher. "Ich gehe fix davon aus, dass es eine Dreier-Koalition geben wird nach der Nationalratswahl, auch dass es ein Spiel der freien Kräfte geben muss, sonst gibt es keine Veränderung, da müssen wir flexibler werden."