Ob er gemeinsam mit dem Team Stronach in eine Regierung ginge? "Das kommt darauf an, wen er (Parteigründer Frank Stronach, Anm.) aufstellt, weil er selber ist ja nicht da und wird auch nicht da sein." Auf alle Fälle müsse die Regierung verlässlich und planbar sein, betonte Bucher. Dass er das Angebot des Milliardärs ausgeschlagen habe, bereue er jedenfalls nicht: "Das war für mich damals ausgeschlossen und ich erlebe jeden Tag die Bestätigung, dass das richtig war." Ein Wechsel sei nie angedacht gewesen, Stronach habe die Orangen unterstützen wollen und daraus sei nichts geworden: "Jetzt sind wir zwei Mitbewerber." Für die anstehenden TV-Konfrontationen mit dem redefreudigen und streitlustigen Austro-Kanadier kündigte er an: "Ich werde so sein wie immer, darauf kann er sich gefasst machen."

Vier Millionen Euro für Wahlkampf ausreichend
BZÖ-Obmann Josef Bucher ist trotz der Umfragedaten überzeugt davon, dass seine Partei auch nach dem 29. September im Nationalrat vertreten ist. Mit der Politik sei es ihm "ernst", erläuterte er den sehr ernsten Blick auf den Wahlplakaten. Am Wahlabend hingegen werde er "sicher freudiger strahlen", versicherte er. Die Kosten für den orangen Wahlkampf bezifferte er mit vier Millionen Euro und dies ist aus seiner Sicht ausreichend.

  Die vier Millionen Euro stammen aus der Parteienförderung der vergangenen Jahre. "Mehr als vier Millionen hielte ich ohnehin nicht für vertretbar, für eine Wahl auszugeben", so Bucher. Die rund 940.000 Euro, die 2006 über Umwege von der Telekom Austria an das BZÖ geflossen sein sollen und aufgrund einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Wien nun doch nicht eingefroren wurden, liegen laut Bucher "unberührt" auf einem Konto. Sollte es ein Urteil geben, wonach die Partei das Geld zurückzahlen muss, werde man dieser Aufforderung nachkommen, erklärte der heutige Parteichef: "Ob wir das von jenen Personen zurückverlangen werden, die dieses Schlamassel angerichtet haben, behalten wir uns vor."

  Der Telekom-Prozess um die mutmaßliche illegale Parteispende an das BZÖ wird im September, just im Wahlkampf, fortgesetzt. Man habe sich jedoch davon abgegrenzt: "Wir haben ja mit dem nichts zu tun. Es ist aber sicherlich nicht förderlich, wenn diese Prozesse stattfinden und jedes Mal unsere Partei erwähnt wird. Aber das kann ich mir auch nicht aussuchen. Ich finde es nur äußerst bemerkenswert, dass der Zeitpunkt gerade mit der Vorwahlzeit zusammenfällt."

  In den verbleibenden Wochen bis zur Wahl trommelt das BZÖ die vier "Herzstücke" des Wahlprogramms: die Forderung nach steuerfreien Überstunden, die Patchwork-Familien, eine Verwaltungsreform und die Steuersenkung - als Koalitionsbedingung habe letzteres Priorität, betonte Bucher bereits. "Wir müssen ernst machen mit dem Abbau der Bürokratie", forderte der Parteichef. So könnte er sich etwa vorstellen, dass ehemalige Beamte nicht nur bei der Polizei Verwaltungsarbeit übernehmen, sondern auch in Spitälern und dort Ärzte bei der Büroarbeit entlasten: "Man muss flexibler sein in Zukunft."