Wien. (apa/kats) Dass er ein Faible für die kleinen Liberalen hat, weiß man ja schon lange. Seit April hat der Ex-LIF-Mandatar der Plattform aus Neos und Liberalem Forum fast 450.000 Euro gespendet. Nun wirft Strabag-Boss Hans-Peter Haselsteiner neuerlich seine Person in die Schlacht um den Nationalrat. Am Donnerstag wurde er von Neos-Chef Matthias Strolz als Ministerkandidat vorgestellt. Auch allfällige Regierungsverhandlungen würde Haselsteiner führen, meinte der Bau-Tycoon.

Dass er sich nun doch nicht nur finanziell, sondern auch persönlich engagiert, begründete der 69-Jährige damit, dass mit der großen Koalition alleine nichts weitergehe. Also sieht er die Neos als Partner für SPÖ und ÖVP. Eine Regierung mit den Grünen sollen sich die Neos seiner Ansicht nach nicht "antun". Eine Zusammenarbeit mit der "zusammengekauften Söldnertruppe" vom Team Stronach ist für ihn ausgeschlossen.

Aufmerksamkeit garantiert, Vier-Prozent-Hürde nicht

Strolz sieht den Unternehmer als "Turbo, den wir zuschalten". Das sieht auch Politikexperte Thomas Hofer so: Er spricht von einem "logischen und richtigen Schritt", damit die Neos auch in der heißen Wahlkampf-Phase, in der sich alles um die Neos-freien TV-Duelle dreht, wahrgenommen werden. Die 2006 und 2008 bekannt gewordenen Parteienfinanzierungsvorwürfe gegen die Strabag in Ungarn sieht Hofer weniger als Problem. Sie wären für Haselsteiner kurz unangenehm, würden aber zur Präsenz der Neos in den Medien beitragen. Ein sicheres Ticket für den Einzug in den Nationalrat haben die Neos aber auch mit Haselsteiner noch lange nicht. "Es ist eine Uphill Battle, ein schwerer Gang", sagt Hofer. Zwar gesteht er den Pinken durchaus gute Werte in Wien zu, aber dass das reicht, um österreichweit die Vier-Prozent-Hürde zu knacken, sei zu bezweifeln.

Allerdings könne man mit Haselsteiner wohl wieder einige Stimmen aus dem Wirtschaftsflügel der ÖVP abzwacken. Dass die Schwarzen keine Freude mit den Neos haben, wurde an der Reaktion der Lichtenfelsgasse deutlich, die von "Chaostruppe" sprach.