Wien. (neu) Es wird knapp für die Neos. Nur noch drei Wochen bleiben der Partei, um die 4-Prozent-Hürde ins Parlament zu überspringen. Derzeit liegen sie in Umfragen zwischen zwei und drei Prozent. Nach dem sich nun auch ihr Financier, Bau-Tycoon Hans-Peter Haselsteiner, offiziell in die Schlacht geworfen hat und der Partei ein (zumindest in Wirtschaftskreisen) prominentes Gesicht gibt, setzen die Neos alles auf Einzug.

Wie Neos-Chef Matthias Strolz im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" schildert, wird für die Schlussoffensive ein Darlehen aufgenommen für das Haselsteiner haftet. "Wir gehen ins Risiko und verpfänden die Parteienförderung." Ohne Einzug keine Rückzahlung und Haselsteiners Haftung wird schlagend. Bisher hatte der Miteigentümer der Strabag 440.000 Euro in die Partei gesteckt. Schon in der Vergangenheit sponserte er das LIF (mit den Neos in einer Wahlplattform) und war LIF-Abgeordneter.

"Kraft für die Jungen"

Das Geld brauchen die Neos, um den "HPH-Turbo zu zünden", sagt Strolz - HPH steht für Haselsteiners Initialen. Geplant sind Radiospots, TV-Auftritte und vor allem Plakate, auf denen Haselsteiner erklärt: "Mit voller Kraft für die Jungen." Parteichef Strolz stellt aber auch klar, dass Haselsteiner "nicht Kandidat" sei, sondern die Neos nur "pushen" möchte. Eine Kollision an der Spitze versuchen die Neos so zu umschiffen: Sie träumen sich in eine Regierungsbeteiligung und schicken Haselsteiner schon jetzt als Ministerkandidat ins Rennen.

Eine Belastung durch Schmiergeld-Vorwürfe gegen den Bauunternehmer sieht Strolz nicht. Die Ermittlungen seien vor kurzem eingestellt worden.