Verena Schmitz (Name von Redaktion geändert) ist eine 32-jährige Volksschullehrerin aus Wien, die ihre Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule gemacht hat. Sie unterrichtet derzeit an einer öffentlichen Wiener Volksschule und wird Ende September auf jeden Fall die Grünen wählen. Sie findet das Wahlprogramm der Öko-Partei ideal, weil ihrer Meinung nach die Bildungs- und Familienpolitik der grünen Partei am fortschrittlichsten und zukunftsorientiertesten von allen sei. Besonders die Erweiterung der Kindergartenplätze, wie es von den Grünen gefordert wird, hat es ihr angetan. Gerade sie als Lehrerin an einer Volksschule bemerke oft, wie schwierig es Kinder haben, die vorher nicht den Kindergarten besucht haben. Die Kinder, die vor der Volksschule einen Kindergarten besucht haben, hätten oft auch weniger sprachliche, motorische und soziale Schwierigkeiten in der Volksschule. Widerlich finde sie den Wahlkampf der FPÖ, wo ständig rassistische Ressentiments bedient würden.

Die Bäuerin
Die 48-jährige Monika W. ist eine Bäuerin aus Klosterneuburg, die ihren eigenen Bauernhof zusammen mit ihrem Mann betreibt. Ihre Ausbildung hat sie an einer landwirtschaftlichen Fachschule gemacht, wo sie ihre Lehrabschlussprüfung absolvierte. Sie ist seit dem 15. Lebensjahr Mitglied beim Bauernbund, einer Teilorganisation der ÖVP. Aus landwirtschaftlicher Sicht sei die ÖVP die einzige Partei, die Interessen der Bauern vertrete. Am wenigsten kann sich die Landwirtin für die Grünen oder die FPÖ begeistern lassen. Anfangs hatte sie überlegt, das BZÖ zu wählen, doch dann entschied sie sich doch wieder für die ÖVP. Das BZÖ sei zu klein, um etwas zu erreichen. Sie ist zwar ein wenig enttäuscht über die Arbeit der ÖVP in der großen Koalition, ist jedoch zuversichtlich, dass die Volkspartei sich weiter um die Anliegen der Bauern kümmert. In der Politik werde sich aber generell nicht viel ändern. "Jede Partei versucht, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen."

Der Student
Lukas Jahn ist ein 27-jähriger Publizistikstudent, der neben dem Studium als Fotograf und Selbstverteidigungstrainer arbeitet. Selbst zählt er sich zur Mittelschicht. Bei früheren Wahlen wählte er mal Schwarz, mal Grün, bei der nächsten Wahl wird er sich höchstwahrscheinlich für die Neos entscheiden. Bei der ÖVP gefällt ihm die wirtschaftliche Ausrichtung.

Seit der schwarz-blauen Koalition und deren "unerklärlich aggressiver Ausländerpolitik" ist die Volkspartei für ihn nicht mehr wählbar. Die Grünen attestiert Jahn am ehesten, zukunftsorientiert zu sein, während die anderen von der Vergangenheit lebten. Was er von den Grünen in der Zeitung liest, findet er aber oft konzept- und ahnungslos. "Die sind glaube ich nicht ministrabel". Die Neos sind zumindest diesmal die Partei, deren Inhalte ihn am ehesten überzeugen. "Ich finde es wichtig, dass die Neos ordentliche politische Bildung in der Schule fordern, das ist die Grundlage für die kommende politische Generation", sagt er über seine persönliche Motivation, den Neuen eine Chance zu geben.