Wien. (pech) Kommenden Sonntag sind 6.384.296 Österreicher aufgerufen, die 183 Abgeordneten für die nächsten fünf Jahre zu wählen. Neun Parteien stehen am 29. September bundesweit zur Wahl, fünf in einzelnen Bundesländern. Fünf (SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne, Team Stronach) werden es sicher in den Nationalrat schaffen, für das BZÖ und die Neos bleibt es spannend bis zuletzt. Ausgeschlossen ist es laut Meinungsforscher Günther Ogris (Sora) nicht, dass sich die Neos künftig im Hohen Haus einfinden.

Die Wahlbeteiligung lag bei der Nationalratswahl 2008 bei 78,82 Prozent und damit leicht über jener aus dem Jahr 2006 (78,49 Prozent). Im Sommer 2008 hatte der damalige ÖVP-Obmann und Vizekanzler unter SPÖ-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, Wilhelm Molterer, mit den Worten "Es reicht!" Neuwahlen provoziert - und verloren.

Das Meinungsforschungsinstitut OGM weist die SPÖ bei der Sonntagsfrage mit 27 Prozent als Erste aus. Dahinter folgt die ÖVP mit 22, knapp vor der FPÖ mit 21 Prozent. Die Grünen kommen in auf 14 Prozent. Das Team Stronach kann (maximale Schwankungsbreite 3,6 Prozent) nur mit 6 Prozent rechnen, BZÖ und Neos sieht OGM mit 4 Prozent knapp im Nationalrat.

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Ob es für das BZÖ oder die Neos noch Chancen gibt, könne man aus heutiger Sicht nicht einschätzen, sagt der Politikwissenschafter Fritz Plasser. Zumal die Wählerschaft ihren Meinungsbildungsprozess noch gar nicht abgeschlossen hat. Etwa 10 bis 15 Prozent wissen noch nicht, wem sie ihr Votum geben werden. Die Umfragedaten müssten demnach mit plus/minus 5 Prozent gerechnet werden. Die Neos sind in Wien zwar überraschend stark in den Umfragen, sie kränkeln aber auf dem flachen Land. Dort werden sie kaum wahrgenommen.

Obwohl es 2008 kaum einen Wähleraustausch zwischen FPÖ und BZÖ gegeben hat, ist es doch möglich, dass Heinz-Christian Strache diesmal auf der Wiese von BZÖ-Obmann Josef Bucher grast - zumal dieser sich im TV-Duell nicht von ihm abgegrenzt hat. Von den 17,5 Prozent von der vorigen Wahl auf 20 Prozent ist es da nur ein Sprünglein.

Zeit der absoluten Mehrheiten vorbei

Die beiden "Großparteien" sind weit entfernt von absoluten Mehrheiten, ja müssen sogar bangen, gemeinsam über die 50-Prozent-Marke zu kommen. Tatsächlich ist es in der Zweiten Republik nur einer einzigen Partei gelungen, alleine die 50 Prozent zu überspringen: der SPÖ unter Bruno Kreisky 1971, 1975 und 1979.