Zahlreiche Wahlkämpfe hat Maier schon bestritten, der aktuelle ist der bisher anstrengendste. "Ich habe noch keinen Wahlkampf so intensiv geführt wie diesen", sagt Maier. Warum er es nach 17 Jahren im Parlament trotzdem macht? "Ich will noch ein paar Dinge erledigen."

Wissen: Vorzugsstimmen
Bei der Nationalratswahl 2013 können erstmals Vorzugsstimmen auf Bundesebene, dazu wie bisher je eine auf Landes- und Wahlkreisebene vergeben werden. Allerdings müssen die angegebenen Personen jener Partei angehören, die angekreuzt wurde, andernfalls ist der Stimmzettel ungültig.

Die Vorzugsstimme kann für jeden Kandidaten vergeben werden, der auf den in der Wahlkabine aufgehängten Listen vermerkt ist.

Im Landeswahlkreis sind jetzt zehn Prozent der Parteistimmen für eine Vorreihung nötig, im Regionalwahlkreis 14 Prozent, im ab 1994 gültigen alten Gesetz waren diese Hürden etwas höher. Für die Bundeslisten wurde der Wert mit sieben Prozent der gültigen Stimmen einer Partei angesetzt. Vor fünf Jahren wären das zwischen 35.696 (Grüne) und 100.114 (SPÖ) Stimmen gewesen.

Beim Werben um Vorzugsstimmen ist aber nicht immer die Vorreihung das Motiv, wie bei Johann Maier (siehe Artikel), oder dem auf Rang 12 gereihten ÖVP-Behindertensprecher, Franz Joseph Huainigg und dem grünen Sozialsprecher Karl Öllinger, der in Wien den unsicheren Platz sechs einnimmt.

Von bisher 86 erfolgreichen Vorzugsstimmen-Wahlkämpfern waren 80 auch Spitzenkandidaten im jeweiligen Wahlkreis. Sie hoffen durch die Personalisierung auf eine Wähler-Mobilisierung.

Der budgetäre Spielraum für die Wahlkämpfer in eigener Sache ist recht eng: Die neue Wahlkampfkostenbegrenzung gesteht den Parteien nur einen Freibetrag von 15.000 Euro pro Kandidat zu, darüber hinausgehende Beträge werden der Gesamtpartei von ihren sieben Millionen Euro abgezogen.

Im bis 1994 gültigen System hat nur Josef Cap einen erfolgreichen Vorzugsstimmenwahlkampf geführt, danach errang Gerhart Bruckmann mithilfe des ÖVP-Seniorenbundes 1999 ein Mandat in Wien gegen Maria Rauch-Kallert, 2002 brachte der burgenländische Landwirt Franz Glaser den ÖAABler Paul Kiss mit seinen Vorzugsstimmen um die Wiederwahl.