Wien. Der Wahlkampf ist für die SPÖ gut gelaufen. Ziel sei unverändert, die 30-Prozent-Marke zu überspringen und eine Regierung aus ÖVP, Freiheitlichen und Team Stronach zu verhindern. Das betonte Wahlkampf-Leiter Norbert Darabos bei seiner Abschluss-Pressekonferenz Freitagvormittag. Der ÖVP unterstellte der SPÖ-Generalsekretär, mit einem neu angelaufenen "Dirty Campaigning" einen in Österreich bisher nicht bekannten Stil in den Wahlkampf gebracht zu haben.

Dabei geht es um so genannte Türhänger, die etwa in Wien, Niederösterreich und Tirol aufzufinden waren. In denen wird mit einem SPÖ-Sujet dargestellt, was die "Faymann-Steuern" bedeuten würden, nämlich zusätzliche Abgaben unter anderem auf den "Schmuck der Oma", "geliebte Erinnerungen an Eltern und Großeltern", den Wohnwagen, das Auto oder den Schrebergarten-Anteil.

Dirty Campaining des Koalitionspartners
Impressum gibt es unter dieser Anhänger-Aktion keines, kritisierte Darabos, der angesichts des Titels "Faymann-Steuern" wenig überraschend die ÖVP oder zumindest VP-nahe Kreise hinter der Kampagne vermutet. Der Bundesgeschäftsführer forderte VP-Chef Michael Spindelegger auf, nun bekannt zu machen, ob dessen Partei oder eine ihrer Vorfeldorganisationen dahinter stecke. Wenn das so wäre, sei diese "Diffamierung" einer Regierungspartei jedenfalls "unwürdig".

Dass überhaupt zu solchen Methoden gegriffen wird, bringt Darabos zur Vermutung, dass es der Volkspartei in deren Wahlkampf nicht gerade gut geht. Folgerichtig erwartet er auch ein recht spannendes Rennen um Platz zwei zwischen ÖVP und Freiheitlichen. Einmal mehr warnte der Bundesgeschäftsführer auch davor, dass sich diese beiden Parteien mit dem Beisatz - "fast hätte ich gesagt Wurmfortsatz" - Team Stronach zu einer Koalition zusammenfinden könnten.

Das wiederum würde Österreich nicht gut tun, glaubt Darabos, der für diesen Fall gleich ein "Chaos" erwartet. Und überhaupt: "Eine Regierung ohne Sozialdemokraten wäre eine Regierung der sozialen Kälte."

Dafür dass es nicht dazu kommt, wird die SPÖ noch bis zum Wahltag laufen, versicherte Darabos, und das auch nach dem offiziellen Abschluss heute Abend vor der Parteizentrale. So ist für morgen etwa noch ein Auftritt von Kanzler Werner Faymann am Viktor-Adler-Markt in Wien-Favoriten eingeplant.

Was die Wahlbeteiligung anlangt, erwartet Darabos ein ähnliches Ergebnis wie vor fünf Jahren, also in etwa 75 Prozent. Dass Interesse vorhanden ist, sieht er durch die 500.000 beantragten Wahlkarten belegt.