Seit Wochen dreht sich innenpolitisch alles nur um ein Thema: die Nationalratswahl 2013. Am 29. September ist es nun soweit. Die Österreicher haben die Wahl und somit die Möglichkeit ihre Stimmen für den Nationalrat abzugeben. Wohin verschlägt es eigentlich die Stimme nach der Abgabe? Wie ist ihr Verlauf und was muss man beachten?

Drei Ebenen

Insgesamt werden 183 Mandate vergeben. Österreich ist in drei Wahlkreise aufgeteilt, entsprechend werden die Mandate verteilt: Auf einen Bundeswahlkreis, auf die neun Landeswahlkreise und 39 Regionalwahlkreisen. Hier können Direktmandate vergeben werden. Die Stimmen werden auf allen drei Ebenen gezählt und die Mandate verhältnismäßig verteilt.

Was ist neu?

Heuer gibt es für die 64 Wahlberechtigten ein Novum: Statt nur einer Stimme, stehen ihnen gleich drei zur Verfügung. Erstmals können Wähler drei Vorzugsstimmen vergeben, diese aber nur innerhalb einer Partei: Sie werden jeweils für Wahlkreis, Bundesland und Bundesebene verteilt. Ein gutes Tool, um kandidierende Politiker direkt zu wählen. Je mehr Vorzugsstimmen die Kandidaten hier einheimsen, desto höher stehen für sie die Chancen, ins Parlament einzuziehen. Wer auf Regionalwahlkreisebene genug Vorzugsstimmen gesammelt hat, hat bereits ein fixes Mandat im Nationalrat, unabhängig vom Listenplatz, auf den man von der Partei gesetzt wurde. Dafür sind im Regionalwahlkreis 14 Prozent, auf Landesebene zehn Prozent und auf Bundesebene sieben Prozent notwendig.

Verteilung der Mandate

Wie viele Mandate auf Bundesländer und Regionalwahlkreise maximal möglich sind, finden Sie hier. In Wien etwa können 33 Mandate vergeben werden.

Die Zahl der Mandate hängt von der Wahlzahl ab, die durch die Bevölkerungszahl der Volkszählung bestimmt wird. Dazu kommt die Zahl der Auslandsösterreicher, die im Landeswahlkreis in einer Wählerevidenz eingetragen waren. Schließlich werden alle Stimmen gezählt und die Mandate entsprechend verteilt.

Wahlkarte – die Tücken

Die Wahlkarte wird von Wahl zu Wahl beliebter. In der Hauptstadt zum Beispiel haben 150.000 Wiener eine Wahlkarte für die Nationalratswahl beantragt. Heute endet die Frist für einen Antrag.
Die Stimme zählt, wenn die Wahlkarte am Sonntag bis 17 Uhr in der Wahlbehörde eintrifft. Eine Nachfrist gibt es nicht mehr. Am Sonntag leert die Post die Briefkästen noch ein letztes Mal aus. Ein Porto müssen Briefwähler übrigens nicht bezahlen. Wer wider Erwarten zuhause bleibt, kann auch mit Wahlkarte ins Wahllokal gehen. Außerhalb des Regionalwahlkreises dürfen allerdings die Wahlkarten nicht ausgefüllt werden. Ansonsten zählt sie als Briefwahlstimme und kann am Sonntag nur im eigenen Wahlkreis abgegeben werden.

Die Briefwahlstimmen werden erst am Montag ausgezählt. Für gewöhnlich werfen sie das Ergebnis vom Sonntag aber nicht mehr drastisch um. Durch die Möglichkeit der drei Vorzugsstimmen kann es in diesem Jahr aber einige Überraschungen geben. Bleibt nur noch zu sagen: Lassen wir uns überraschen.