- © Grafik: WZ
© Grafik: WZ

Wien. Die Auszählung der Briefwahl hat noch einige Verschiebungen bei den Mandaten bewirkt, nicht nur in den Gesamtständen, sondern auch parteiintern zwischen den drei Ebenen. So haben die Grünen (neben jenem im Wahlkreis Graz) ein zweites Direktmandat dazubekommen, und zwar im Wahlkreis Linz und Umgebung. Dafür hat die FPÖ mit den Briefwahlstimmen vier der 20 am Sonntag erreichten Direktmandate wieder verloren - aber mit 16 jetzt immerhin noch doppelt so viele wie 2008.

Mit der Auszählung der Briefwahlstimmen am Montag verlor die SPÖ noch ein Mandat (auf jetzt 52) und die FPÖ zwei (auf 40), während die ÖVP eines (auf 47) und die Grünen zwei (auf 24) dazubekamen. Das Team Stronach blieb bei elf, die NEOS bei neun Nationalratssitzen. Die gestern, Donnerstag, ausgezählten Wahlkarten aus fremden Wahlkreisen änderten nichts mehr.

Alois Stöger vermutlich draußen

Gegenüber dem Wahlsonntag büßte die SPÖ ein Mandat auf Bundesebene ein - vermutlich das von Gesundheitsminister Alois Stöger -, sonst blieb alles gleich. Bei der ÖVP kamen zwei im Bund dazu, womit Behindertensprecher Franz-Joseph Huainigg wieder und allenfalls auch Peter McDonald, der geschäftsführende Obmann der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft (SVA), erstmals im Nationalrat sitzen könnten.

Bei der FPÖ verschob sich gegenüber dem Wahlsonntag einiges zwischen den Wahlkreisen, Ländern und der Bundesebene. Ein Opfer ist Udo Landbauer, der Vorsitzenden des Rings Freiheitlicher Jugend, den die Briefwähler um ein Mandat im Wahlkreis NÖ Süd brachten. Dass es in Wien ein Landesmandat weniger gibt, könnte Ärztesprecher Andreas Karlsböck um den Abgeordnetensitz bringen.

NEOS verlieren Schellhorn-Mandat
Nichts ändert sich bei den Grünen in Oberösterreich, wo das Mandat vom Land in den Wahlkreis kam - wo jeweils Gabriela Moser auf Platz 1 steht. Die zwei zusätzlichen Mandate auf der Bundesliste bringen Julian Schmid und Helene Jarmer in den Nationalrat. Bei den NEOS kostet die Verschiebung vom Bund zur Steiermark einem Prominenten, dem Star-Gastronomen Sepp Schellhorn, das Mandat.

Insgesamt wurden bei dieser Nationalratswahl 75 Mandate auf der untersten Ebene, in den Wahlkreisen vergeben, um drei mehr als 2008. Auf Landesebene wurden mit 69 deutlich weniger (2008 waren es 77) zugeteilt, auf Bundesebene dafür um fünf mehr (nämlich jetzt 39).

Die "teureren" Direktmandate
Mehr Direktmandate als 2008 bekamen die SPÖ (eines), aber auch die FPÖ und die Grünen, während die ÖVP vier einbüßte. Auch daran zeigt sich, dass die FPÖ - deren Abstand zu SPÖ und ÖVP deutlich geschrumpft ist - wieder zur Mittelpartei geworden ist. Denn die "teureren" Direktmandate bekommen in der Regel nur die größeren, etablierten Parteien. Weshalb die Grünen mit ihrem Rekordstand heuer wieder zwei haben, während sie 2008 ihre beiden Wiener Wahlkreismandate einbüßten.

Bei der Verteilung auf Landesebene kommen dann - vor allem in den größeren Bundesländern - auch die kleineren Parteien zum Zug und im bundesweiten Ausgleich sind Mandate vergleichsweise "billig".

"FRANK" eroberte in der Steiermark zwei, aber auch in Niederösterreich, Oberösterreich und Wien je ein Landesmandat. Die NEOS kamen auf Ebene der Länder in der Steiermark, Niederösterreich, Oberösterreich, Vorarlberg und Wien zu Nationalratssitzen. Die Grünen haben in allen Ländern Mandate gemacht, mit Ausnahme des Burgenlandes. In der SPÖ kommen 13 (2008 17) Abgeordnete über die Landeslisten ins Hohe Haus, in der ÖVP ebenfalls 13 (14) und in der FPÖ 16 (19).

Von der Bundeslisten kann die SPÖ heuer zwei Abgeordnete weniger (sieben statt neun) unterbringen, bei der ÖVP kommt einer mehr (neun), ebenso bei der FPÖ (acht) und den Grünen (sechs). "Frank" schickt sechs Bundeslisten-Kandidaten ins Hohe Haus, die NEOS drei.

An diesen Mandatsständen kann sich nach Auszählung aller Stimmen jetzt nichts mehr ändern. Aber an der parteiinternen Zuteilung der Mandate: Denn die Vorzugsstimmen-Ergebnisse werden jetzt erst nach und nach veröffentlicht, jenes auf Bundesebene überhaupt erst nächste Woche. Zudem gibt es etliche Mandatare, die auf mehreren Ebenen (etwa im Wahlkreis und auf der Landesliste) Sitze errungen haben und nun auswählen können, welchen davon sie annehmen. Davon hängt dann ab, wer nachrückt.