Personalspekulationen

Nebeneffekt der anstehenden Regierungspläne sind beim ORF immer auch Personalspekulationen. Die ÖVP hatte bereits im Vorfeld der Nationalratswahl den Wunsch nach einem Zweier-Vorstand deponiert, was bei der SPÖ auf Ablehnung stieß und bei der Opposition prompt zum Proporz-Aufschrei führte. Medienberichte über eine Zusammenführung von Kaufmännischer und Technischer Direktion unter Finanzchef Richard Grasl heizten die Gerüchteküche zusätzlich an. Der Technische Direktor Michael Götzhaber könnte Landesdirektor in Kärnten werden, sein Stellvertreter Thomas Prantner Landesdirektor in Salzburg, war etwa zu lesen. Gegenüber der APA dementierten freilich beide Ambitionen auf einen Wechsel aufs Land.

"Ich bin wie meine Kolleginnen und Kollegen im ORF-Direktorium seit knapp zwei Jahren im Amt und für fünf Jahre bestellt, daher stellt sich die Frage nicht", so Götzhaber. "Die ORF Technik arbeitet unter meiner Führung sehr erfolgreich, gleiches gilt für die anderen Unternehmensbereiche. Die Funktion des Technischen Direktors und die Herausforderungen erfüllt mich mit großer Freude und wir haben uns für die kommenden Jahre noch viel vorgenommen. Ein Wechsel in eine andere Funktion - weder in Kärnten noch woanders - ist daher für mich absolut kein Thema." Ähnlich Prantner: "Das sind falsche Gerüchte und Personalspekulationen, die da verbreitet werden. Da ich einen Dienstvertrag als Stv. Direktor für Technik, Online und neue Medien bis Ende 2016 habe und diesen erfüllen möchte, habe ich definitiv keine Absicht, als Landesdirektor nach Salzburg zu wechseln. Ich bleibe in Wien. Die Zusammenarbeit mit Direktor Götzhaber funktioniert hervorragend und wir sind mit ORF.at, der ORF-TVthek und anderen neuen Medienprojekten wie den Apps auf Erfolgskurs. Dies wollen wir fortsetzen."

Radiodirektor Karl Amon glaubt nicht an die mögliche Variante eines Zweier-Vorstands. "Die jetzige Struktur hat sich bewährt. Ich glaube, dass wir die harmonischste Geschäftsführung haben, die der ORF in den letzten Jahrzehnten hatte. Bei uns stimmt die Chemie und das fachliche Können", so Amon. Wahrscheinlichstes Szenario bleibt denn auch ein mehrköpfiger Vorstand. Die ÖVP dürfte freilich in den Medienverhandlungen weiter versuchen, ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz den "Titel" des Alleingeschäftsführers streitig zu machen.