Wien. Die ÖVP will bei der Nationalratswahl am 15. Oktober Erste werden und den Bundeskanzler stellen. "Das ist das Ziel. Ich bin mir sicher, dass wir mit Sebastian Kurz als Spitzenkandidat wirklich eine große Chance haben, mit ihm und mit unserem Programm Österreich führend zu gestalten", sagte der oberösterreichische Landeshauptmann und ÖVP-Chef Thomas Stelzer im APA-Interview.

Die ÖVP-Funktionäre werden laut Stelzer in den nächsten Wochen bis zur Wahl voll für Kurz rennen. "Und natürlich ist mir ein Spitzenkandidat und Obmann lieber, der die Leute motiviert, als wenn ich erklären müsste, warum er eigentlich gut ist. Kurz ist eine politische Ausnahmeerscheinung, er kann die Leute sehr gut in der gesamten Breite ansprechen. Aber wir dürfen uns nicht darauf verlassen und müssen uns in der ÖVP alle entsprechend einbringen. Wir in Oberösterreich tun das gerne."

In Oberösterreich findet am 1. Juli der ÖVP-Parteitag statt, bei dem Kurz offiziell zum Obmann der "neuen Volkspartei" gewählt wird. Stelzer übernimmt - als einer von vier - die Funktion des stellvertretenden ÖVP-Obmanns. Auf die Frage, was denn nun das neue an der ÖVP sei, meinte Stelzer, der selbst erst im April zum Landeshauptmann gewählt wurde, dass an vielen Stellen der ÖVP eine "neue Generation" am Werk sei, "an vorderster Front der junge Sebastian Kurz". Zudem gebe es eine "neue Art des Zugangs, wie man mit Menschen umgeht oder auch andere einbindet. Ich glaube, dass man jetzt schon merkt, dass wir wieder stärker auf die Leute zugehen und die Dinge konkreter beim Namen nennen."

Dass die Erwartungen in Kurz zu hoch sind, glaubt Stelzer nicht. "Es ist allgemein so, dass in einen Politiker hohe Erwartungen gesetzt werden, weil man sagt, die sollen alles lösen oder für alles Verständnis haben. Das halte ich auch für gut und richtig, wir müssen nur danach trachten, dass wir den Ankündigungen auch Taten folgen lassen."

Kurz' Steuerentlastungspläne von 12 bis 14 Milliarden Euro jährlich hält Stelzer etwa für gut und machbar. "Man muss sich Großes vornehmen, damit davon auch Kraft ausgeht und die Leute mitgenommen werden. Klar ist, wir haben eine sehr hohe Abgabenbelastung unserer Bürgerinnen und Bürger. Da muss man herunter kommen, und man muss natürlich auch schauen, wie man besser strukturieren und die Verwaltung anders aufstellen kann - was gibt es an Doppel- und Dreifachförderungen."