Wien. 49 Listen müssen Parteien einreichen, die bei der Nationalratswahl alle Möglichkeiten ausschöpfen wollen, um zu Mandaten zu kommen: 39 für die Regionalwahlkreise, neun für die Bundesländer und eine Bundesliste. Die Landeswahlvorschläge sind bereits überprüft und veröffentlicht, Bundeswahlvorschläge müssen bis spätestens heute, Montag, Mitternacht bei der Bundeswahlbehörde abgegeben werden.

Das Mindesterfordernis für die Teilnahme an der Nationalratswahl sind 100 Unterschriften, 435 Euro und ein Kandidat mit Parteibezeichnung. Damit könnte ein Einzelkämpfer in einem Wahlkreis, einem Bundesland (Burgenland oder Vorarlberg) und für Restmandate im Bund kandidieren. Er stünde dann in einem Bundesland am Stimmzettel. In den Nationalrat schaffen würde er es damit ziemlich sicher nicht, darauf haben nur Parteien Aussicht, die österreichweit antreten.

Zwischen 100 und 500 Unterschriften nötig

Für die bundesweite Kandidatur mussten - bis 18. August - neun ausreichend unterstützte Landeswahlvorschläge eingereicht und insgesamt 3.915 Euro Druckkostenbeitrag bezahlt werden. Im Burgenland und in Vorarlberg waren 100 Unterschriften, für Kärnten, Salzburg und Tirol 200, in Oberösterreich und der Steiermark 400 und in Niederösterreich und Wien 500 Unterschriften Wahlberechtigter nötig - wenn man nicht, wie die Parlamentsparteien, die Liste Pilz, Karl Schnells "Freie Liste Österreich" oder "Die Weißen" auf drei Abgeordnetenunterschriften zurückgreifen konnte.

Für Parteien, die noch nicht im Nationalrat vertreten sind, spielte es eine Rolle, wann sie ihre Wahlvorschläge einbringen. Parlamentsparteien werden am Stimmzettel nach der Stärke bei der letzten Wahl gereiht, die neuen Parteien nach dem Zeitpunkt der Einreichung der Landeswahlvorschläge. Somit sieht der Stimmzettel nicht in allen neun Ländern gleich aus. Dies auch deshalb nicht, weil einzelne Parteien nur in einem oder zwei Bundesländern genug Unterschriften sammeln konnten, also nur dort am Stimmzettel stehen.

Kandidaten-Begrenzung nach oben 

Die Landeswahlvorschläge enthalten die Kandidatenlisten für das Bundesland und für die Regionalwahlkreise. Die Zahl der Kandidaten ist nach oben begrenzt: Eine Partei darf maximal doppelt so viele Bewerber nominieren wie jeweils Mandate zu vergeben sind. Kandidaten-Mindestanzahl gibt es keine. Bekommt eine Partei in einem Land oder Wahlkreis mehr Mandate als sie Kandidaten nominiert hat, bleiben diese unbesetzt.