"Auf die Gesellschaft einlassen"

Auch Dijana P. scheitert an diesen finanziellen Anforderungen. Die ebenso geforderten Deutschkenntnisse und die Mindestaufenthaltsdauer von zehn Jahren stellen hingegen kein Problem für sie dar. Heinz Faßmann hält die Frage nach der Selbsterhaltungsfähigkeit dennoch für "einen nicht unwesentlichen Punkt".

Es gehe darum, wie sehr man sich auf die Gesellschaft einlasse und dazu gehöre eben auch eine geregelte Erwerbstätigkeit, ist er überzeugt. "Ich glaube, was die Zielvorstellung anbelangt, sind wir uns alle einig", resümiert er. "Politische Teilhabe gehört gefördert. Aber wir müssen uns überlegen, wie man Wege finden kann, die insgesamt gesellschaftlich akzeptabel sind und die auch die vielfältige Struktur der Zuwanderung berücksichtigen."

Faktum ist, nicht alle Zugewanderten planen, dauerhaft in Österreich zu bleiben – viele hingegen schon. Wer von ihnen unter welchen Bedingungen wählen darf, wird noch für viel Diskussionsstoff sorgen. In der Zwischenzeit überlegt Dijana ihre Stimme bei der "Pass-Egal-Wahl" abzugeben. Bei der Nationalratswahl wäre ihr dies natürlich lieber.