Vervielfältigung durch Teilen

Besonders erfolgreich war die Seite freilich nicht. "Sie hatte rund 15.000 Fans. Da steht der mögliche Nutzen in keiner Relation zum Schaden, wenn es auffliegt", sagt Brodnig. Die Beiträge wurden allerdings beworben - so generiert ja Facebook unter anderem seinen Umsatz von mehr als neun Milliarden Euro pro Jahr.

Durch das Teilen von anderen Nutzern, können sich einzelne Beiträge vervielfältigen und multiplizieren. Vielleicht war das die Idee. Doch was, wenn die Anti-Kern-Beiträge, die es auch gab, viel öfter geteilt worden wären? Kontrollierbar ist das kaum, das Risiko daher hoch. Facebook wurde nicht als politisches Tool geschaffen, und bietet doch Möglichkeiten der Wahlkampfführung bis hin zu anonymem Dirty Campaigning, Erzeugen von Echokammern und Postings unter falscher Flagge. Das alles ist ein Spiel mit dem Feuer - und kann ganz übel nach hinten losgehen.

Wer hinter anonymen Accouts steckt, weiß Facebook, "vor allem kennen sie den Namen des Kreditkartenbesitzers, der Werbung geschaltet hat", sagt Brodnig. Transparent ist Facebook aber nicht - wenn das Unternehmen nicht gezwungen wird.

Auf allen den drei Seiten fehlte nämlich ein Impressum. Das ist aber medienrechtlich vorgeschrieben. "Die Bezirksverwaltungsbehörde könnte das von Facebook anfordern", erklärt Brodnig. Dazu müsste es zuerst aber eine Anzeige geben.