Raus aus "EU-Superstaat"

Dass die künftige Regierung schwarz-blau sein wird, ist für Rosenkranz jedenfalls eine abgemachte Sache. Es sei verständlich, dass man den Ton ändere, wenn man eine Regierungsarbeit anstrebe - aber man dürfe nicht schon vorher die Positionen aufgeben, nur damit man überhaupt über eine Regierungsbeteiligung verhandeln dürfe.

Ein Grund der Entfremdung mit der FPÖ war für Rosenkranz auch die Abkehr von der alten FPÖ-Forderung nach einer Volksabstimmung über einen EU-Austritt. Den betreibt Rosenkranz nicht grundsätzlich, aber von einer EU, die sich in Richtung Superstaat entwickelt, müsse man sich lösen. "Wir wollen keinen europäischen Superstaat. Wir wollen auch keine europäische Asylbehörde. Wer kommt und wer bleibt, ist Kernkompetenz des Nationalstaates." Daher fordere die FLÖ eine Volksabstimmung, ob Österreich unter diesen Voraussetzungen noch bei der EU bleiben solle.

Wahlkampf auf kleiner Flamme

Die Chancen auf einen Einzug in den Nationalrat sind für Rosenkranz jedenfalls gegeben, wenngleich sie darauf verweist, dass die mediale Einschätzung eine andere ist.

Und wie finanziert eine neue Partei den Wahlkampf? "Es gibt einen Kredit, der den Wahlkampf im Wesentlichen abdeckt, aber die Kandidaten zahlen sich auch sehr viel selbst", sagt Rosenkranz. Sie hofft natürlich darauf, dass die FLÖ zumindest ein Prozent erreicht und damit in den Genuss der Wahlkampfkostenrückerstattung kommt.

Ex-Mitglieder von FPÖ, TS, BZÖ

Dass die Freie Liste Österreich sehr wohl ein Sammelbecken für Enttäuschte oder Ausgestoßene aus FPÖ, BZÖ oder dem Team Stronach ist, zeigt die Bundesliste: Hinter Rosenkranz und Schnell kandidieren der Deutschkreutzer Bürgermeister und burgenländische Landtagsabgeordnete Manfred Kölly (Ex-FPÖ), Nationalratsabgeordnete Martina Schenk (Ex-Team-Stronach), Alois Wechselberger aus Tirol (Ex-FPÖ und Ex-Team-Stronach) und der Oberösterreicher Rainer Widmann (Ex-FPÖ-und Ex-BZÖ).

Die Forderungen der FLÖ in Kürze: "kein Asyl nach illegaler Einreise", Verankerung des Rechts auf Besitz und Tragen von Waffen; eine Radikalreform der EU beziehungsweise Abstimmung über den EU-Austritt und mehr direkte Demokratie (100.000 Wahlberechtigte sollen eine Volksabstimmung über ein Gesetzesvorhaben einleiten können).