ÖVP-Chef Sebastian Kurz sprach sich in der Vergangenheit des Öfteren für eine Schließung der Mittelmeerroute aus. Daher sollen Menschen, die auf hoher See gerettet werden, nicht mehr nach Europa, sondern in "Rescue Center" außerhalb der EU gebracht werden. Illegale Migranten, die trotzdem in die EU einreisen, sollen in ein "Protection Center" in einen Drittstaat gebracht bzw. in deren Herkunftsländer abgeschoben werden.

Asylwerbern und subsidiär Schutzberechtigten will Sebastian Kurz nur noch eine "Mindestsicherung light" zuerkennen. In den ersten fünf Jahren soll diese bei maximal 560 Euro pro Einzelperson liegen – ausbezahlt werde sie nur, wenn die Integrationsziele (diese sind hier nicht näher definiert) erreicht werden. Die Mindestsicherung will Kurz generell bundesweit auf 1500 Euro deckeln – bisher liegt sie je nach Bundesland zwischen 830 und 924 Euro.

SPÖ: Zusammenarbeit mit Nord- und Westafrika

"Die Anzahl der Flüchtlinge müssen wir auf ein Niveau reduzieren, das Integration ermöglicht", heißt es im "Plan A". Die Sozialdemokraten sehen die Vermittlung von Asylberechtigten am Arbeitsmarkt als eine der zentralen Herausforderungen. Dies funktioniere laut SPÖ am besten durch die eingeführten Kompetenzchecks, Sprachmaßnahmen und das verpflichtende Integrationsjahr. Die Asylverfahren sollen beschleunigt werden. In Zukunft soll nur noch eine Behörde vom Asylantrag bis hin zur Integration bzw. Rückführung verantwortlich sein.

Auf EU-Ebene kann die Flüchtlingsproblematik nur mit einer Zusammenarbeit mit den Ländern Nord- und Westafrikas gelöst werden. In Niger soll etwa in Kooperation mit dem UNHCR ein Verfahrenszentrum entstehen – Asylanträge würden dann direkt dort gestellt statt wie bisher in Österreich. Illegale Migranten sollen laut Sozialdemokraten in diese Zentren abgeschoben werden. Damit würde man die Schlepperei im Mittelmeer beenden.

Den Ländern Nordafrikas soll mit einem "Marshall-Plan" geholfen, die "gesellschaftliche Entwicklung wieder in Gang gebracht" werden. Darüber hinaus brauche es effektiven Schutz der EU-Außengrenzen, eine grundsätzliche Reform des europäischen Asylsystems, einheitliche Asylverfahren und gerechte Lastenverteilung. Die SPÖ will außerdem einen EU-Posten schaffen, um die Abschiebungen auf EU-Ebene besser zu koordinieren. Diese Person solle sich dann zum Beispiel verstärkt um Rückübernahmeabkommen bemühen.

Liste Pilz: Ein Jahr Flüchtlingslager als Vorbereitung auf Österreich

Die Partei von Peter Pilz stellt sich in der Flüchtlingspolitik ein dreistufiges System vor ("Ja, es geht. Ein Weg nach Europa und für Europa"). Flüchtlinge mit den besten Integrationschancen sollen bereits vor Ort ausgewählt werden. Danach sollen sie in einem von den Vereinten Nationen betreuten Flüchtlingslager ein Jahr auf Österreich vorbereitet werden: Deutsch lernen und auf den Beruf vorbereiten. Erst dann sollen die Menschen legal nach Österreich kommen. Menschen, die hingegen mit Schleppern kommen, haben keine Chance auf ein Bleiberecht. Abschiebungen sollen konsequent durchgeführt werden, wenn das Asylverfahren negativ endet. Allerdings mit der Ausnahme, dass nicht in alle Staaten abgeschoben werden darf.