Pilz selbst meint jedenfalls: "Außerdem sind wir die Alternative für die nächste Nationalratswahl." - © Foto: Martina Madner
Pilz selbst meint jedenfalls: "Außerdem sind wir die Alternative für die nächste Nationalratswahl." - © Foto: Martina Madner

Einmal noch geht Peter Pilz in seinem "transparentesten und billigsten Wahlkampf mit dem tollsten und besten Team, mit dem er je gearbeitet hat", links vor dem historischen Parlament in die Offensive: "Es wird zwar die richtige Regierung abgewählt, aber kriegen werden wir die Falsche." Wegen der FPÖ als Beteiligte der künftigen Regierung sei es umso wichtiger, dass seine Liste "als gut funktionierende Kontrolle" ins Parlament einzieht.

Genau das ist auch das Motiv einer Sympatisantin, die zur Pilzschen Abschluss-Kundgebung gekommen ist. Anna Milan sieht in der Liste Pilz "die neue Bewegung, die mit dem alten Filz abrechnen wird". Er sei schon bislang eine Instanz gewesen, wird das auch künftig sei, sagt sie. Wem sie vor Pilz ihre Stimme gegeben hat, will diese Wählerin nicht sagen. Da ist Robert Fuchs offener, mal seien es die Grünen gewesen, "ich war ja ein alter Aktivist, bei der Anti-AKW-Bewegung". Mal auch die SPÖ, "die habe ich gewählt, um Schlimmeres zu verhindern. Und dann haben sie die Schlüsselministerium laufend mehr aus der Hand gegeben, um an der Macht zu bleiben", sagt er enttäuscht. Vor dem Parlament verteilt er Flyer für die Liste Pilz, ist vom Spitzenkandidaten überzeugt: "Das ist ein Mann mit Handschlagqualität, ein Segen für die zweite Republik." Als Fuchs dem schnell 50 Euro zustecken will, als der von den wenigen Mittel spricht, die man im Wahlkampf zur Verfügung gehabt habe, "gerade mal für ein Plakat", was man mit Engagement wett gemacht habe, lehnt das der Pilz ab. Spenden könne man nur auf offiziellem Wege. Dabei will Fuchs das Geld wirklich anbringen, aber auch Bruno Rossmann sieht etwas ratlos drein, auf den Pilz "als unseren Finanzexperten" verweist.

Der Anfang einer Alternative

Pilz selbst meint jedenfalls: "Außerdem sind wir die Alternative für die nächste Nationalratswahl." Die gelte es in den kommenden fünf Jahren im Parlament vorzubereiten. Vom Umweltschutz redet er zwar nicht. Trotzdem hofft Richard Frisch darauf, dass die Liste es auch bei diesem Thema ist. Und zwar zu den Grünen.

Frisch ist hier, weil er als Alt-68er zu Pilz eine "Ursolidarität" habe, aber auch weil er mit seinen Inhalten grundsätzlich übereinstimme. Als Biologe gehöre einer Generation an, die den Umweltschutz groß gemacht habe. Das vermisst er bei den Grünen heute. "Das Problem ist, dass sie das immer mit anderen Themen vermischen, mit Migration, der Genderpolitik." Das komme auch in den Bundesländern nicht gut an. "Außerdem fehlt den Grünen heute die Fachkompetenz. Wo sind denn die Biologen und Naturwissenschaftler in der Partei." Auch wenn sich Frisch nicht mehr im passenden Alter sieht ¬- er scheint angehender Pensionist zu sein -, um sich aktiv in die Politik einzubringen, sagt er: "Wir fangen damit nun wieder an." Das Team als Programm Pilz scheint viele von anderen enttäuschte Hoffnungen einzusammeln, dabei bleibt er bei den Inhalten oft vage. Parteiprogramm gibt es keines, "die sind das Altpapier von morgen", sagt er. Sein Team, darunter Konsumentenschützer Peter Kolba, die Alleinerziehende Maria Stern und der Rechtsanwalt Alfred Noll, sei zugleich das Programm, sagt Pilz, es stehe "für Freiheit und für Gerechtigkeit".