Österreich. Das Wiener Rathaus liefert bei der heutigen Nationalratswahl tagsüber erstmals keine laufende Infos zur Wahlbeteiligung - um jegliche Beeinflussung auszuschließen, heißt es dort. Man wolle keinen Anlass für eine mögliche Beeinspruchung der Wahl geben. Somit kann über den Andrang vorerst nur gemutmaßt werden.

Laut einem APA-Rundruf in den Parteien war dieser am Vormittag aber durchaus beträchtlich. In so manchem Wahllokal mussten die Besucher demnach in Kauf nehmen, zunächst in einer Warteschlange zu stehen. Manche Wähler gaben offenbar sogar an, noch nie so viele Menschen in ihre Wahllokal gesehen zu haben. Es wird sogar gemunkelt, dass in manchen Sprengeln die Beteiligung schon bei 40 Prozent liegt.

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Die Erklärung für den frühen Andrang könnte an einem gestiegenem Interesse liegen - oder einfach nur am Wetter: Viele Wiener dürften die spätsommerlichen Temperaturen für eine Fahrt ins Grüne nutzen. Nicht wenige Ausflügler dürften zuvor noch die Stimmabgabe erledigen.

Da die Wahllokale in Wien ausnahmslos alle erst um 17.00 Uhr schließen, ist die Beteiligung am Vormittag nie sehr aussagekräftig. Und sie war zumindest in den vergangenen Jahren eher gering. Um 10.00 Uhr lag sie meist nur zwischen 10 und 15 Prozent.

. In Oberösterreich haben sich am Wahlsonntag in jeder Hinsicht die Nebel gelichtet: Nicht nur, dass sich am Vormittag die Sonne durchsetzte, die Wähler klärten auch mit einer dem Anschein nach guten Wahlbeteiligung den im Wahlkampf entstandenen Nebel.

In der Früh gab es vor allem im Donauraum und im Seengebiet Nebel und schlechte Sicht. Und auch der Zustrom zu den Wahllokalen war noch zögerlich. Doch beides besserte sich im Laufes des Vormittages. Es gab dann zwar weder offiziell noch inoffiziell Auskünfte über die Beteiligung der Stimmberechtigten. Die Wahlbeisitzer vermieden jedes überflüssiges Wort. Höchstens ein "Es geht ganz schön dahin", war einem zu entlocken.

Doch punktuelle Beobachtungen vor Wahllokalen ergaben ein ständiges Kommen und Gehen in Enns. In Traun registrierte man eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als etwa bei den vorangegangenen Wahlen zum Bundespräsidenten. So kam es um 11 Uhr sogar zu kurzen Wartezeiten vor den Kabinen.

Auch in Linz standen die Wähler vor einem Lokal am Keferfeld zeitweise in einer Schlange. Eine gute Wahlbeteiligung wurde auch in den Linzer Sprengeln am Auberg und Neue Heimat beobachtet. Der Wählerzustrom war auch in Schärding und Grieskirchen nicht schlecht. In Leonding und Oftering im Bezirk Linz-Land war er gut wie immer. Dort und auch in anderen Orten fiel auf, dass etliche Bürger schon in aller Früh - einige sogar schon vor dem Aufsperren der Wahllokale - und in Wanderkleidung zur Stimmabgabe erschienen, um gleich im Anschluss daran zu einem Ausflug aufzubrechen. Das erhöhte zwar im Vergleich zu früheren Urnengängen die Wahlbeteiligung bis Mittag. Doch war zu vermuten, dass sie dafür am Nachmittag geringer sein würde, und sie dann bis zum Wahlschluss dahinplätschern dürfte.