Der Hinweis, dass zur Stimmabgabe ein Ausweis mitzubringen ist, kam offenbar bei den Wählern an. In diesem Zusammenhang gab es keine Probleme. Auch die Polizei meldete keine Zwischenfälle bei der Wahl. Sie war sogar zur Hebung der Wahlbeteiligung im Einsatz. Beamte brachten zwei von insgesamt 30 in den Polizeianhaltezentren in Linz, Wels und Steyr einsitzenden Personen zu den Urnen. Es handelte sich um Verwaltungsstrafhäftlinge, die wahlberechtigt sind. Alle übrigen sind es nicht. "Ja, wir machen mit einigen Unterkunftsnehmern heute einen Ausflug ins Wahllokal", schrieb Polizeisprecher David Furtner in einem sozialen Netzwerk und ergänzte gegenüber der APA: "Die Polizei tut das gerne".

Sonnenschein und reger Zustrom bei steirischen Wahllokalen

Bei strahlend blauem Himmel sind Sonntagvormittag die Wähler zu den steirischen Urnen geschritten. Durch die Bank zeichnete sich eine starke Wahlbeteiligung ab - zumindest waren die Wahllokale laut Beobachtern gut besucht. Aufgefallen sind besonders viele junge Wähler und Beisitzer. In der steirischen Landeshauptstadt haben die Wahllokale noch bis 16.00 Uhr geöffnet.

In einem Wahllokal in der Grazer Innenstadt herrschte gegen 9.00 Uhr reger Betrieb. Von den Wahlbeisitzern hieß es jedoch, dass sich der bisherige Andrang zur Stimmabgabe "normal" verhalte. "Es wurden aber sehr viele Wahlkarten beantragt", kam gleich im Nachsatz. Vom Grazer Referat für Wahlen wurden diesmal insgesamt 36.963 Wahlkarten ausgestellt. Zum Vergleich: Bei der Grazer Gemeinderatswahl im vergangenen Februar waren es 13.626.

Im oststeirischen Kaindorf bei Hartberg zeichnete sich gegen 10.30 Uhr eine hohe Wahlbeteiligung ab. Die erste Urne war bereits voll und musste durch eine zweite ersetzt werden. Außerdem seien auffallend viele junge Wähler zur Stimmabgabe geschritten. In der Bezirkshauptstadt Hartberg war ein ähnliches Bild zu erkennen: In einem Wahllokal im Nordosten der Stadt mussten die Wähler vor den Wahlkabinen anstehen, weil soviel los war.

In einem Wahllokal im Grazer Osten war der Zustrom zum Wahllokal gegen 10.30 Uhr ebenfalls rege. Eine Wählerin sagte, dass sie die 180. bei der Stimmabgabe war. Bei der Gemeinderatswahl im vergangenen Februar war sie zur selben Zeit die etwa 100. gewesen. Auffallend seien ihr zufolge die vermehrt jungen Wahlbeisitzer im ÖVP-dominierten Bezirk.

In zwei Grazer Wahlsprengellokalen im Westen und im Südwesten der Stadt herrschte knapp vor den Mittagsstunden guter Andrang. In einem Lokal waren zu Mittag bereits mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten zur Stimmabgabe erschienen. Etlichen Wählern war deutlich das bevorstehende Freizeitprogramm anzumerken - sie trugen Sport- bzw. Wanderschuhe, schließlich sind die wanderbaren Hügel des Grazer Umlands bequem zu Fuß nach Erledigung des Votums zu erreichen.

Insgesamt wurden in der Steiermark 149.271 Wahlkarten ausgestellt, wobei 140.570 Frauen und Männer aus dem Inland und 8.701 im Ausland lebende Österreicher und Österreicherinnen darum angesucht haben. In der Grünen Mark sind bei der Nationalratswahl 2017 exakt 969.653 Wahlberechtigte - 471.693 Männer und 497.960 Frauen. In der Steiermark sind 27 Mandate zu vergeben, neun im Wahlkreis Graz und Umgebung, sechs in der Oststeiermark, vier in der Weststeiermark und acht in der Obersteiermark.